Von Stufen, Geld- und Sachleistungen

Pflegebedürftige sollten über die Leistungen aus der Pflegeversicherung gut informiert sein. Dazu gehört auch, die einschlägigen Begriffe zu kennen. (Foto: Bilderbox)
Pflegebedürftige sollten über die Leistungen aus der Pflegeversicherung gut informiert sein. Dazu gehört auch, die einschlägigen Begriffe zu kennen. (Foto: Bilderbox)

Diese Begriffe aus der Pflege sollte man kennen

(dbp/spo) Pflegestufe, Pflegegeld, Sachleistung: Wird ein Mensch pflegebedürftig, muss er sich mit vielen neuen Begriffen beschäftigen. Da ist es wichtig, zu wissen, was sie bedeuten.

Pflegekasse

Die Pflegekassen sind für die Versicherten Ansprechpartner, wenn es um Leistungen aus der Pflegeversicherung geht. Sie sind bei den Krankenkassen angesiedelt und entscheiden, ob Ansprüche auf bestimmte Zuschüsse bestehen. Sie sind auch verpflichtet, ihren Versicherten eine umfassende Pflegeberatung anzubieten und Adressen von Heimen oder Pflegediensten in der Region zu vermitteln.

Pflegestufe

Pflegebedürftig im Sinne des Gesetzes (§ 14 SGB XI) ist jeder, der wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung dauerhaft (für mindestens sechs Monate) Hilfe braucht. Dabei geht es hauptsächlich um Dinge wie die Körperpflege, das Essen, die hauswirtschaftliche Versorgung und die Mobilität. Wofür und wie lange am Tag Hilfe benötigt wird, prüft der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) in der Regel bei einem Hausbesuch. Er stuft die Betroffenen in eine von drei Pflegestufen ein – je höher der Betreuungsaufwand, desto höher die Stufe.

Wer zwar körperlich fit ist, aber eine eingeschränkte Alltagskompetenz hat – also etwa durch eine Demenz, eine geistige Behinderung oder psychische Krankheit besonders intensiv betreut werden muss – fällt in die sogenannte „Pflegestufe 0“. Seit 2013 haben auch diese Menschen Anspruch auf Pflegegeld oder Pflegesachleistungen.

Pflegesachleistung

Wer eine Pflegestufe hat und zu Hause versorgt wird, kann Pflegesachleistungen in Anspruch nehmen. Das können Leistungen der hauswirtschaftlichen Versorgung (Putzen, Essen machen), der Grundpflege (Waschen, Anziehen) oder auch der häuslichen Betreuung (Spazierengehen, Vorlesen, etc.) sein. Die Sachleistung muss von ambulanten Pflegediensten erbracht werden, die einen Versorgungsvertrag mit der Pflegekasse haben. Das Geld fließt dann direkt von der Kasse an den Pflegedienst. Den Anbieter können die Betroffenen selbst auswählen. Werden mehr Leistungen gewünscht, als die Pflegekasse bezahlt, muss die Differenz aus eigener Tasche beglichen werden.

Pflegegeld

Sollen statt eines Pflegedienstes die Angehörigen die komplette Pflege übernehmen, kann anstelle der Sachleistung ein Pflegegeld direkt an den Pflegebedürftigen ausgezahlt werden. Der Betrag ist niedriger als der Sachleistungsbetrag. Zudem muss durch regelmäßige Beratungsbesuche von Pflegefachkräften bestätigt werden, dass die Pflege zu Hause gut funktioniert.

Geld- und Sachleistung können auch kombiniert werden (Kombinationsleistung). Werden für die Leistungen eines Pflegedienstes zum Beispiel nur 75 Prozent des Sachleistungsbetrags ausgeschöpft, kann sich der Pflegebedürftige 25 Prozent des Pflegegelds, das ihm zusteht, ausbezahlen lassen.

Betreuungsbetrag / zusätzliche Betreuungsleistungen

Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz haben zusätzlich zu Pflegegeld oder Sachleistung Anspruch auf einen Betreuungsbetrag von monatlich 100 Euro (200 Euro in Härtefällen, § 45b SGB XI). Dieses Geld ist zweckgebunden und darf nur für zusätzliche Betreuungsleistungen verwendet werden, etwa den Besuch einer Gruppe für Demenzkranke. Eine eingeschränkte Alltagskompetenz kann zum Beispiel vorliegen, wenn sich jemand wiederholt in gefährliche Situationen bringt.