Von nah bis fern

Manche bemerken schon mit 40 Jahren, dass das Lesen schwieriger wird. Dann ist es Zeit, über eine Sehhilfe nachzudenken. (Foto: Fotolia / deagreez)
Manche bemerken schon mit 40 Jahren, dass das Lesen schwieriger wird. Dann ist es Zeit, über eine Sehhilfe nachzudenken. (Foto: Fotolia / deagreez)

Sehlösungen für die Generation 40 plus.

(iwg/fru) Manche bemerken schon mit 40 Jahren, dass das Lesen schwierig wird, bei anderen geht es erst ein paar Jahre später los. Mit 40 steht der Mensch in der Blüte seines Lebens. Die Augen können jedoch oft nicht mehr uneingeschränkt mit der eigenen Aktivität mithalten. Also muss Verstärkung her, um entspannt lesen zu können oder am Rechner zu arbeiten, weiß das Kuratorium Gutes Sehen (KGS). Denn wer bisher ohne Sehhilfe alles scharf sehen konnte, ist zunächst irritiert, wenn er z. B. beim Einkaufen eine kleinere Schrift auf dem Produkt plötzlich nicht mehr entziffern kann – vor allem, wenn die Beleuchtung nicht optimal ist.

Einfache Lesebrillen nur bedingt empfehlenswert

„Der Grund für diese Probleme ist die normale Alterung des Auges“, erklärt der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) auf seinen Internetseiten. In der Jugend sei die Linse des Auges weich und elastisch. Sie könne sich verformen, so dass das Auge sich an unterschiedliche Sehentfernungen anpassen kann. Diese Fähigkeit der sogenannten Akkommodation geht nach und nach verloren. Die Linse wird immer steifer und die für die Nahsicht notwendige Anpassung funktioniert nicht mehr.

Viele Menschen behelfen sich dann zunächst mit einer einfachen Lesebrille, die es im Super- oder Drogeriemarkt zu kaufen gibt. Solche Lesehilfen empfehlen Augenärzte in der Regel allenfalls für eine kurze Lesedauer und nur vorübergehend: „Auf Dauer ist eine fachgerecht angepasste Lesebrille besser geeignet, die die individuellen Besonderheiten wie beispielsweise eine Verkrümmung der Hornhaut (Astigmatismus) oder den Pupillenabstand berücksichtigt.“

Brillenoptionen für den Alltag

Komfortabler als Lesebrillen sind Gleitsichtbrillen. Die Korrektur für scharfes Sehen in der Nähe bis in die Ferne gleitet stufenlos von unten nach oben – ganz gleich, ob eine Korrektur in der Ferne nötig ist oder nicht, teilt das Kuratorium Gutes Sehen (KGS) mit. Die Glasmitte erlaube zudem scharfe Sicht in den Zwischendistanzen. Deshalb könne die Gleitsichtbrille den ganzen Tag auf der Nase bleiben. Dabei gilt: „Je hochwertiger das Glas, umso größer der Sehbereich, umso kleiner der unscharfe Randbereich und umso fließender der Übergang zwischen den Sehzonen“, so das KGS. Übrigens lassen sich auch Sportbrillen, Sonnenbrillen und Brillen mit selbsttönenden Gläsern mit Gleitsichtgläsern ausstatten.

Fürs Büro wird eine Bildschirmbrille empfohlen. Sie bringt vor dem Computer Entlastung und ermöglicht eine scharfe Sicht auf den Monitor, ohne dabei den Kopf in den Nacken legen zu müssen. „Der größte Bereich der Gläser ist auf den Sehabstand zum Monitor optimiert“, erklärt das KGS. Unten befindet sich die Zone für Nahsicht, oben die für eine Fernsicht bis zur Raumweite. Zudem schützt eine Bildschirmbrille anhand eines Filters vor dem Blaulicht, das von vielen Displays ausgeht. Dieses steht im Verdacht, der Augengesundheit zu schaden und den Biorhythmus zu stören. Für Alterssichtige gibt es auch verschiedene Kontaktlinsen-Optionen. So stehen z. B. sogenannte bifokale und multifokale Kontaktlinsen zur Verfügung. Sie haben wie Gleitsichtbrillen mehrere Sehstärken. In jedem Fall sollte man sich im Vorfeld ausführlich beim Augenarzt bzw. Augenoptiker zu den verschiedenen Optionen beraten lassen.

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Quellenangaben:
www.augeninfo.de - Seite des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands