Volkskrankheit Venenleiden

Gut für die Venengesundheit: einfach mal die Beine hochlegen. (Foto: anetlanda / Fotolia)
Gut für die Venengesundheit: einfach mal die Beine hochlegen. (Foto: anetlanda / Fotolia)

Krampfadern sollten immer untersucht und bei Bedarf rechtzeitig behandelt werden

(dbp/wgt) Sieben von zehn Erwachsenen in Deutschland leiden laut Ärztezeitung unter Besenreisern oder Krampfadern. Damit gehören Venenleiden zu den häufigsten chronischen Krankheiten. Ein Schweregefühl in den Beinen, nächtliche Wadenkrämpfe, Schwellungen und Schmerzen nach längerem Stehen sind häufig die ersten Signale für eine beginnende Erkrankung. In den meisten Fällen ist eine ererbte Bindegewebsschwäche die Ursache. Typische zivilisationsbedingte Verhaltensweisen fördern jedoch die Entstehung von Krampfadern.

„Wenig Bewegung und viel Stehen oder Sitzen sind die Hauptfeinde der Venen. Auch Übergewicht gehört dazu“, sagt Dr. Michael Wagner, Präsident der Deutschen Venen-Liga. Durch langes Stehen oder Sitzen sackt das Blut in die Beine und die Zirkulation leidet. Frauen sind deutlich häufiger von Krampfadern betroffen als Männer. Hormonelle Veränderungen während einer Schwangerschaft schwächen das Muskel- und Bindegewebe und begünstigen damit das Venenleiden.

Gelten Besenreiser meist nur als kleine Schönheitsfehler, so können ausgeprägtere Formen der Krampfadern wie die Stamm- oder Seitenastvaricosis zu ernsten Problemen führen, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt werden. Venenentzündungen, Thrombosen und offene Beine sind dann die Folge. Aber auch das Risiko für Lungenembolien steigt.

Vorbeugen ist ganz einfach

Wer den größten Teil seiner Arbeitszeit im Stehen oder Sitzen zubringt, kann der Gefahr von Venenleiden schon durch einfache Verhaltensregeln vorbeugen. So empfiehlt die Deutsche Venen-Liga, in den Arbeitspausen einfach mal die Beine hochzulegen. Das Blut kann dann aus den Beinen zurück in den Körper fließen. Häufiger mal aufstehen und ein paar Schritte durchs Büro gehen, kann allen helfen, die überwiegend am Schreibtisch sitzen. Und regelmäßige heiße und kalte Wechselduschen regen die Durchblutung wieder an. Aber auch einfache sportliche Aktivitäten eignen sich ideal zur Vorbeugung: Wandern und Nordic-Walking, Radfahren, Gymnastik oder Schwimmen.

Doch was tun, wenn sich bereits erste Besenreiser oder kleine Krampfadern unter der Haut abzeichnen? Die Deutsche Venen-Liga rät, schon bei ersten Anzeichen einen Venenfacharzt (Phlebologen) aufzusuchen. Er kann durch eine schmerzlose Ultraschall-Untersuchung feststellen, wie gut die Venen funktionieren. Kommt der Arzt zu dem Ergebnis, dass eine Behandlung erforderlich ist, so bieten sich je nach Schwergrad der Erkrankung abgestufte Methoden an. Als Basistherapie gelten Kompressionsverbände und -strümpfe. Sie wirken durch Druck von außen dem Blutstau in den Venen entgegen.

Wenn nur noch eine Operation hilft

Ist das Venenleiden schon weit fortgeschritten, so dass Experten von einer chronischen venösen Insuffizienz sprechen, kann auch ein chirurgischer Eingriff notwendig werden. Zu den bewährtesten Methoden gehört das so genannte Venen-Stripping. Durch kleine Einschnitte in der Haut werden die betroffenen Venenabschnitte herausgezogen und entfernt. Seit einigen Jahren hat die Stripping-Methode Konkurrenz bekommen durch die Lasertherapie. Bei dem minimalinvasiven Verfahren wird eine Lasersonde unter örtlicher Betäubung in die Vene eingeschoben. Mit dem Laserstrahl verschweißt der Arzt die Krampfader. Eine weitere Alternative stellt die Radiowellentherapie dar. Dabei führt der Chirurg einen kleinen Hochfrequenzkatheder in die kranke Vene ein. Mittels Wärmeenergie wird auch bei dieser Methode die Vene lediglich verschlossen und nicht entfernt.

Ob eine Operation angeraten ist und welche Methode sich am besten eignet, sollten die Betroffenen aber auf jeden Fall mit einem Facharzt erörtern.