Vitamin-D-Mangel erhöht das Sterberisiko

Die Bedeutung von Vitamin D 3 (Colecalciferol) für die Gesundheit ist offenbar größer als bisher bekannt. (Foto: concept w / Fotolia)
Die Bedeutung von Vitamin D 3 (Colecalciferol) für die Gesundheit ist offenbar größer als bisher bekannt. (Foto: concept w / Fotolia)

(dbp/spo) Menschen, denen es an Vitamin D mangelt, sterben häufiger an Erkrankungen der Atemwege, des Herz-Kreislaufsystems und an Krebs.

Das ist das Ergebnis einer Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und des Epidemiologischen Krebsregisters im Saarland.

In die Untersuchung flossen die Daten von knapp 10.000 Teilnehmern ein, die über acht Jahre beobachtet wurden. Viele Teilnehmer hatten besonders im Winter einen deutlichen Vitamin-D-Mangel: Bei 71 Prozent von ihnen war er im Januar niedrig – heißt: unter einem Wert von 50 nmol/l –, bei 24 Prozent sogar sehr niedrig, also unter 30 nmol/l. Im Juli war der Vitamin-D-Spiegel wiederum nur bei 41 Prozent niedrig und bei sechs Prozent sehr niedrig.

Häufiger tödliche Atemwegserkrankungen

Unabhängig von bestimmten Krankheiten hatten die Teilnehmer mit niedrigen Werten ein 1,2-fach höheres Sterberisiko im Vergleich zur Restbevölkerung, die mit sehr niedrigen Werten ein 1,7-fach erhöhtes. Letztere hatten laut DKFZ vor allem ein erhöhtes Risiko, an einer Erkrankung der Atemwege zu versterben (2,5-fach höher). Das Risiko, einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zum Opfer zu fallen, war 1,4-fach erhöht, ebenso wie das Sterberisiko durch Krebs.

Dass Vitamin D wegen seiner hormonellen Wirkung die genannten Krankheiten beeinflussen kann, wird schon seit längerem vermutet. Ansonsten ist der Vitamin-D-Mangel vor allem als Risikofaktor für Osteoporose bekannt. Ob es sinnvoll ist, prophylaktisch Vitamin-D-Präparate einzunehmen, ist allerdings unklar. Hierzu müssten erst weitere Untersuchungen zu den Auswirkungen der Präparate auf die Sterblichkeit abgewartet werden, raten die Wissenschaftler.