Vitamin A kann Hautschäden reparieren

Spezielle Wirkstoffe können die Zeichen der natürlichen, lichtbedingten Hautalterung abmildern. (Foto: Andrey Sheldunov / Fotolia)
Spezielle Wirkstoffe können die Zeichen der natürlichen, lichtbedingten Hautalterung abmildern. (Foto: Andrey Sheldunov / Fotolia)

Die Alterung der Gesichtshaut wird hauptsächlich von UV-Licht verursacht

(dbp/auh) Die Hautalterung ist ein komplexer und dynamischer Prozess, der ungefähr mit Mitte 30 beginnt. Zahlreiche innere und äußere Faktoren bestimmen diese Entwicklung. Zu den inneren zählen die genetische Veranlagung und die altersbedingte Umstellung des Stoffwechsels, insbesondere die sinkende Hormonproduktion. Von außen wird die Hautalterung beschleunigt durch Rauchen, starken Alkoholkonsum und vitaminarme Ernährung. Ferner führen Stress, Schlafmangel und zu wenig Bewegung auf Dauer zu welker Haut. Die Hauptrolle bei den äußeren Faktoren spielt aber eindeutig die ultraviolette Strahlung, sowohl die der Sonne als auch im Solarium.

Sonnenschutz heißt UV-A- und UV-B-Schutz

UV-Licht dringt je nach Wellenlänge unterschiedlich tief in die Haut ein. UV-B wird größtenteils in der Oberhaut aufgehalten, während das längerwellige UV-A tief in die sogenannte Lederhaut eindringt. Trotzdem nahm man früher an, dass die viel energieärmere UV-A-Strahlung relativ ungefährlich sei. Sonnencremes hatten meist überhaupt keinen UV-A-Filter. Heute weiß man, dass beide UV-Spektren krebserzeugend sind. Für die Hautalterung ist hauptsächlich das UV-A-Licht verantwortlich. In der EU dürfen seit einigen Jahren nur Sonnenschutzprodukte verkauft werden, die gemessen am UV-B-Filter gleichzeitig einen ausreichenden UV-A-Schutz bieten. Sie tragen ein Logo auf der Verpackung, dass die Buchstaben „UVA“ in einem Kreis zeigt.

Vitamin-A-haltige Produkte nicht beim Sonnenbaden verwenden

Beim Kauf von Cremes, Lotionen und Sprays sollte man nicht nur auf dieses Logo, sondern auch auf die Liste mit Inhaltsstoffen achten. Nicht empfehlenswert sind Sonnenschutzprodukte mit Formen von Vitamin A, zu erkennen an den Bezeichnungen Retinol, Retinolpalmitat oder Retinsäure. Der Grund: Ihre chemische Struktur wird vom Sonnenlicht zersetzt; die dabei entstehenden Zerfallsprodukte gelten als äußerst gefährlich und erwiesen sich im Tierversuch als krebserregend.

Dieselben Vitamin-A-Verbindungen sind allerdings eine unvergleichliche Wohltat für die Haut, wenn sie ausreichend lange vor oder am besten nach dem Sonnenbaden, zum Beispiel in einer After-Sun-Lotion oder einer Nachtcreme aufgetragen werden. Retinol reduziert alters- und lichtbedingte Fältchenbildung und kann möglicherweise sogar von UV-Licht verursachte DNA-Schäden reparieren. In der ästhetischen Dermatologie wird Vitamin-A-Säure zur Behandlung von beginnenden Lichtschäden der Haut verwendet.

Auch bei der Gesellschaft für Dermopharmazie stehen Vitamin A und seine Derivate an erster Stelle der wichtigsten Wirkstoffe gegen Hautalterung. Ebenfalls nachweislich (durch placebokontrollierte Doppelblindstudien) wirksam seien Vitamin C (L-Ascorbinsäure), Alpha-Liponsäure, Salicyloyl-Phytosphingosin, niedermolekulare Hyaluronsäure sowie zwei Polypeptide, die unter der Bezeichnung Tetrapeptide-4 und Palmitoyl Pentapeptide-4 in der Liste der Inhaltsstoffe aufgeführt sind.

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Quellenangaben:
Informationen der Arbeitsgemeinschaft ästhetische Dermatologie und Kosmetologie e. V. (ADK), www.haut.de; Informationen der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Anti-Aging-Medizin (GSAAM), www.gsaam.de; Informationen von Dr. Rüdiger Schmitt-Homm unter www.agepal.org/index.php/editorials/139-sonne-gesundheit-hautkrebs-und-gefaehrliche-sonnenblocker; www.mydoc.de/schoenheit/haut/haut-altern-laesst-272; Susanne Topf und Volker Steinhaus: "Hautalterung: Nikotin und UV-Licht meiden", in: Pharmazeutische Zeitung, Ausgabe 19/2010, www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=33790; zu den Leitlinien der Gesellschaft für Dermopharmazie: www.dermotopics.de/german/ausgabe1_12_d/GDleitliiniehautalterung1_2012_d.html; zu den krebserregenden Zerfallsprodukten von Vitamin A: "Photocarcinogenesis Studies of Retinoic Acid and Retinyl Palmitate [CAS Nos. 302-79-4 (All-trans-retinoic acid) and 79-81-2 (All-trans-retinyl palmitate)] in SKH-1 Mice (simulated solar light and topical application study)." DRAFT technical report reviewed by the National Toxicology Program Technical Reports Peer Review Panel on January 26, 2011; zu Vitamin A kann DNA-Schäden reparieren: O. Sorg, S. Kuenzli, G. Kaya, and J.-H. Saurat, “Proposed mechanisms of action for retinoid derivatives in the treatment of skin aging.,” Journal of cosmetic dermatology, vol. 4, no. 4, pp. 237-44, Dec. 2005; Stand: Mai 2013