Viren und Bakterien feiern mit

Im Karneval kommt man sich näher. (Foto: Bilderbox)
Im Karneval kommt man sich näher. (Foto: Bilderbox)

Das närrische Treiben erhöht die Ansteckungsgefahr

(dbp/auh) „Am Aschermittwoch ist alles vorbei“, heißt es in einem der bekanntesten Karnevalslieder. Schön wär’s, wird sich so mancher denken, der sich an den tollen Tagen mit einem Erkältungs- oder Grippe-Virus angesteckt hat. Auch Bakterien, zum Beispiel Meningokokken, haben leichtes Spiel, wenn sich Menschen näher kommen. In den Karnevalshochburgen, wo der Körperkontakt mit möglichst vielen anderen Narren zum Feiern einfach dazugehört, ist die Infektionsgefahr besonders groß.

Warm anziehen

Hinzu kommt, dass zur Karnevalszeit in unseren Breiten meist winterliche Temperaturen herrschen. Wer also stundenlang in einem Hauch von Nichts am Rosenmontagszug steht, braucht gar kein Bützchen mehr, um sich eine Erkältung einzufangen. Wenigstens die Füße und der Kopf sollten vor Kälte geschützt werden. Auch von innen kann man sich wärmen, allerdings nicht mit Alkohol, sondern eher mit heißem Tee. Wird nämlich in der Kälte Alkohol getrunken, beschleunigt sich der Wärmeverlust des Körpers.

Gut gewappnet ins Getümmel

Um die Ansteckungsgefahr mit Erkältungs- und Grippeviren zu reduzieren, sollten die Hygieneregeln befolgt werden, die auch in der narrenfreien Zeit gelten: Hände häufig waschen und nur aus dem eigenen Glas trinken. Eine gute Immunabwehr kann auch nicht schaden. Ob die vorbeugende Einnahme von Vitamin C oder anderen Präparaten helfen kann, das Immunsystem zu stabilisieren? Sogenannte Immunstimulanzien sind frei verkäuflich, die beliebtesten enthalten Pflanzenauszüge aus Pelargonienwurzel, Sonnenhut oder Kapuzinerkresse. Viele Menschen schwören drauf, die meisten Mediziner sind eher skeptisch.

Wirksamer zur Steigerung der Abwehrkräfte ist ein gesunder Lebensstil mit möglichst wenig Stress, viel Bewegung, ausreichend Schlaf und einer vitamin- und mineralstoffreichen Ernährung.

Den Impfschutz nutzen

Gegen die „echte“ Grippe gibt es eine Schutzimpfung. Allerdings baut sich erst zehn bis 14 Tage nach der Influenza-Impfung der volle Impfschutz auf, der dann etwa ein halbes Jahr lang bestehen bleibt. Deshalb wird zur jährlichen Grippe-Impfung im Oktober oder November geraten.

Nicht nur die Virusgrippe hat in der Karnevalszeit Hochkonjunktur. Auch die Ansteckungsgefahr mit Meningokokken ist in dieser Zeit relativ hoch. Die Bakterien werden wie Grippeviren durch Tröpfcheninfektion übertragen und können zu lebensbedrohlichen Erkrankungen führen. Etwa zehn bis 15 Prozent aller Deutschen sind (Über-)Träger der Erreger, ohne selbst zu erkranken.

Die Impfung gegen Meningokokken vom Typ C sollten routinemäßig alle Säuglinge im zweiten Lebensjahr bekommen. Diese Empfehlung der Ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut (STIKO) gibt es aber erst seit 2006. Folglich sind viele Kinder und Jugendliche nicht geimpft, aber gerade diese sind besonders gefährdet – nicht nur zur Karnevalszeit.