Viele wollen nicht für den Pflegefall vorsorgen

Junge Menschen sollten darüber nachdenken, wie sie für das Alter vorsorgen können. (Foto: Bilderbox)
Junge Menschen sollten darüber nachdenken, wie sie für das Alter vorsorgen können. (Foto: Bilderbox)

(dbp/spo) Darüber, dass sie selbst einmal zum Pflegefall werden könnten, möchten viele Menschen gar nicht nachdenken.

Das spiegelt sich auch im jüngsten Gesundheitsmonitor der Bertelsmann Stiftung und der Barmer GEK wider, für den knapp 1800 Menschen unter anderem zum Thema Pflegevorsorge befragt wurden.

42 Prozent der Befragten gaben an, für den möglichen Pflegefall schlecht oder sehr schlecht vorgesorgt zu haben, 26 Prozent können die Qualität ihrer Absicherung nicht einschätzen. Nur 32 Prozent fühlen sich gut vorbereitet auf eine eventuelle Pflegebedürftigkeit.

Zwar gibt es die gesetzliche Pflegeversicherung, allerdings ist diese nicht als „Vollkasko“ für den Pflegefall angelegt, sondern soll nur eine Unterstützung sein. Mit den Zuschüssen aus der Pflegeversicherung kann die nötige Betreuung in der Regel nicht komplett finanziert werden. Wer sich im Alter gut versorgt sehen will, hat also oft nur zwei Möglichkeiten: Zusätzlich privat vorsorgen, um die Betreuungskosten zu decken, oder auf die Hilfe von Angehörigen hoffen.

Mit dem Alter steigt die Vorsorgebereitschaft

Ein Drittel der Befragten des Gesundheitsmonitors (34 Prozent) lehnt einen zusätzlichen privaten Vorsorgebeitrag allerdings ab. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) sind grundsätzlich bereit, hier finanziell vorzusorgen. Tatsächlich einen entsprechenden Versicherungsvertrag abgeschlossen haben allerdings in den Altersklassen unter 50 Jahren lediglich sechs Prozent. Bei den 50- bis 69-Jährigen sind es immerhin zwölf Prozent.

Grundsätzlich steigt die Bereitschaft, für den Pflegefall privat vorzusorgen, ab einem Alter von 50. Die größte Ablehnung dagegen gab es in der Altersgruppe der 35- bis 49-Jährigen. 40 Prozent sagten hier, keine Zusatzversicherung abschließen zu wollen Die Macher des Gesundheitsmonitors begründen das mit der Doppelbelastung: Schließlich müssen viele in diesem Alter sowohl die Kosten für die Erziehung und Ausbildung der Kinder als auch für die Pflege der eigenen Eltern stemmen.