Viele Schlaganfälle sind vermeidbar

Rauchen gehört zu den vermeidbaren Risikofaktoren für Schlaganfall. (Foto: Bilderbox)
Rauchen gehört zu den vermeidbaren Risikofaktoren für Schlaganfall. (Foto: Bilderbox)

(dbp/auh) Zu hoher Blutdruck, Rauchen, hohe Blutzuckerwerte, Bewegungsmangel und Fehlernährung – diese Schlaganfall-Risikofaktoren werden unterschätzt.

Das ist die gemeinsame Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG).

Anlässlich der Auswertung der „Global Burden of Disease“-Studie, die einen weltweiten Anstieg der Schlaganfälle von 1990 bis 2010 um 68 Prozent ermittelte, weisen DGN und DSG darauf hin, dass immer mehr jüngere Menschen erkranken.

„Der Anstieg der Krankheitslast ist nicht allein die Folge der steigenden Lebenserwartung“, erläutert Professor Gerhard F. Hamann, Vorsitzender der DSG. Betrug der Anteil der 20- bis 64-Jährigen 1990 noch 25 Prozent, so entfielen 2010 bereits 31 Prozent aller Schlaganfälle auf diese Altersgruppe. Zudem tritt mittlerweile weltweit jeder 20. Schlaganfall bei Jugendlichen und Kindern auf.

„Die aktuelle Studie hat zwar nicht die Gründe für den weltweiten Anstieg untersucht, wir gehen aber davon aus, dass in vielen Ländern mit dem Wohlstand auch die Risikofaktoren gewachsen sind“, ergänzt Professor Hans-Christoph Diener, Sprecher der DGN.

Die häufigsten Ursachen von Schlaganfällen könnten durch eine gesunde Lebensweise vermieden werden: „Auch hohe Cholesterinwerte, Diabetes, Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, Bewegungsmangel, Übergewicht und eine ungesunde Ernährung tragen zum Risiko bei“, erläutert Diener. Jeder Mensch könne einen Beitrag leisten und auf gesunde Ernährung, Bewegung und gute Blutdruckwerte achten sowie auf Nikotin und erhöhten Alkoholkonsum verzichten.