Verwirrtheit heißt nicht gleich Demenz

Genug Trinken ist im Alter besonders wichtig. (Foto: Bilderbox)
Genug Trinken ist im Alter besonders wichtig. (Foto: Bilderbox)

(dbp/spo) Kommt es bei älteren Menschen zu Verwirrtheitszuständen, muss das nicht immer gleich auf eine Demenzerkrankung hinweisen.

Grund dafür kann auch ein Flüssigkeitsmangel sein – vor allem, wenn die Verwirrtheit plötzlich auftritt.

Delirium oder Delir nennen Fachleute diese Art der Verwirrung, bei der es zu Störungen des Bewusstseins, der Aufmerksamkeit, des Gedächtnisses, des Denkens und der Gefühle kommen kann. Zu den körperlichen Symptomen gehören ein erhöhter Blutdruck, vermehrtes Schwitzen und ein schneller Puls.

Ein Delir sollte so schnell wie möglich behandelt werden, da es sonst lebensbedrohlich werden kann, sagt Dr. Martin Haupt, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie (DGGPP). Besonders Senioren haben des Öfteren einen Flüssigkeitsmangel, weil im hohen Alter das Durstgefühl nachlässt.

Delir im Krankenhaus

Doch nicht nur, wenn Senioren zu wenig trinken, kann ein Delir entstehen. Andere mögliche Gründe dafür sind zum Beispiel Störungen des Stoffwechsels, der Hirndurchblutung oder des Herzrhythmus. Auch Medikamente können eine Verwirrtheit auslösen – entweder bei Überdosierung oder durch ihre Nebenwirkungen. Zudem sorgt der emotionale Stress, den ein Krankenhausaufenthalt mit sich bringt, bei älteren Menschen manchmal für ein Delir. Wenn die Ursache gefunden und rechtzeitig behandelt werden kann, bilden sich solche Verwirrtheitszustände laut DGGPP meist wieder vollkommen zurück.