Verstopfung lässt Kinder wählerisch werden

Obstipation bei Kleinkindern kann das spätere Ernährungsverhalten beeinflussen. (Foto: ivolodina / Fotolia)
Obstipation bei Kleinkindern kann das spätere Ernährungsverhalten beeinflussen. (Foto: ivolodina / Fotolia)

(dbp/cwr) Leiden Kinder unter Verstopfung, kann sie dies zu „schwierigen Essern“ machen.

Das teilt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) unter Berufung auf eine niederländische Studie mit. Die Forscher haben beobachtet, dass Dreijährige, die unter einer Verstopfung litten, ein Jahr später nur noch bestimmte Lebensmittel aßen.

„Das Problematische dabei ist, dass sich ein Teufelskreis entwickeln kann“, erklärt Dr. Monika Niehaus, Kinder- und Jugendärztin aus Weimar. Denn einseitige Ernährung könne erneut zu Verstopfung führen, so dass die betroffenen Kinder im Grundschulalter wieder unter Obstipation – so der medizinische Fachbegriff – litten.

Von Verstopfung spricht man, wenn das Kind seltener als alle zwei Tage Stuhlgang hat und dies dann schmerzhaft ist. Auch kleine Kotmengen in der Unterhose können ein Hinweis sein. Das kommt daher, weil sich der Darm ausweitet und das Kind das Gefühl für den Stuhldrang verliert, wenn es über längere Zeit den Kot zurückhält.

Die niederländischen Forscher vermuten, dass die mit der Obstipation verbundenen Bauchschmerzen die Ursache für das wählerische Essverhalten der Kinder ist. Die Therapie braucht Zeit: Es könne Monate dauern, bis das Kind den Darm wieder vollständig entleeren kann. Die Behandlung müsse auch danach weitergeführt werden, um eine Ernährungs- und Verhaltensumstellung zu erreichen. Die Eltern können das Kind vielfältig unterstützen: Den Toilettengang mit einem speziellen Sitz angenehm gestalten und zu viel Bewegung animieren. „Viel trinken, ein Birnensaft vor dem Frühstück, ballaststoffreiche Ernährung, Obst und Gemüse und mit Olivenöl Gekochtes tragen zur Lockerung des Stuhls bei“, gibt die Kinderärztin Tipps.