Urlaub mit Pflegebedürftigen

Auszeit vom Pflegealltag – ein gemeinsamer Urlaub von Pflegebedürftigen und deren pflegenden Angehörigen kann helfen, wieder Kraft zu tanken. (Foto: Fotolia / Peter Maszlen)
Auszeit vom Pflegealltag – ein gemeinsamer Urlaub von Pflegebedürftigen und deren pflegenden Angehörigen kann helfen, wieder Kraft zu tanken. (Foto: Fotolia / Peter Maszlen)

Pflege am Ferienort wird teilweise von der Pflegekasse gezahlt.

(dbp/spo/fru) Schwerkranke Angehörige zu pflegen ist eine kräftezehrende Aufgabe. Daher benötigen pflegende Angehörige auch Zeiten, um sich zu erholen – wollen dieses aber oft nicht ohne ihre pflegebedürftigen Angehörigen tun. Dann heißt die Alternative: Gemeinsam Urlaub machen.

Sowohl soziale als auch private Träger haben sich bundesweit inzwischen auf Urlaube oder Freizeiten mit pflegebedürftigen Menschen spezialisiert. Sie organisieren vor Ort die Pflege, Unterbringung und Verpflegung durch ausgebildete Pflegefachkräfte. Oft können die Angehörigen einfach mitreisen und etwas Kraft tanken. Wichtig: Wer einen solchen Urlaub plant, sollte im Vorfeld unbedingt mit der zuständigen Pflegekasse sprechen, denn die Kosten der Pflege am Urlaubsort können zum Teil übernommen werden. Dafür müssen jedoch bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein.

Anspruch auf Pflegegeld beleibt auch im Urlaub erhalten

Die Pflegekasse zahlt zwar keine speziellen Reisezuschüsse, allerdings gibt es Leistungen, die auch im Zusammenhang mit Reisen genutzt werden können und zwar Leistungen aus der Verhinderungspflege und zum Teil auch das Pflegegeld sowie Pflegesachleistungen. Versicherte erhalten die Zuschüsse jedoch nur, wenn sie einen anerkannten Pflegegrad haben. Beispielsweise bleibt der Anspruch auf Pflegegeld auch erhalten, wenn man sich nicht zu Hause aufhält, sondern z. B. im Urlaub ist. „Erhalten Sie eine Kombination aus Pflegegeld und Pflegesachleistungen, so müssen Sie als Angehöriger im Urlaub zwar auf die Hälfte des Pflegegeldes verzichten – die Pflegesachleistungen können Sie aber über einen Pflegedienst vor Ort für Ihren Angehörigen erbringen lassen“, heißt es auf dem Portal pflege.de.

Anspruch auf Verhinderungspflege haben Versicherte mit anerkanntem Pflegegrad 2, 3, 4 oder 5. Ihnen stehen 1.612 Euro für die Verhinderungspflege für bis zu sechs Wochen pro Jahr zu. Auch können bis zu 50 Prozent des nicht genutzten Leistungsbetrages für die Kurzzeitpflege zusätzlich für die Verhinderungspflege in Anspruch genommen werden. Und nicht zuletzt darf auch der sogenannte Entlastungsbeitrag in Höhe von 125 Euro pro Monat aus dem Topf der zusätzlichen Betreuungs- und Entlastungsleistungen für eine Tagespflege, Nachtpflege oder Kurzzeitpflege verwendet werden.

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Informationen der Broschüre „Ratgeber Pflege – Alles, was Sie zum Thema Pflege und zu den Pflegestärkungsgesetzen wissen müssen.“ des Bundesministeriums für Gesundheit unter https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/5_Publikationen/ Pflege/Broschueren/BMG_Ratgeber_Pflege.pdf, der Bundesarbeitsgemeinschaft Familienerholung unter https://www.bag-familienerholung.de/wp-content/uploads/2013/04/BAG-Familienerholung-Erholung-fuer-Menschen-mit-Handicap-und-deren-Angehoerige.pdf und des Portals pflege.de (alle abgerufen im April 2018)