Urintest statt Darmspiegelung?

Ein Löffel Joghurt, versetzt mit Nanopartikeln, genügt, um Darmkrebs aufzuspüren. Zurzeit nur bei Mäusen. (Foto: helix / Fotolia)
Ein Löffel Joghurt, versetzt mit Nanopartikeln, genügt, um Darmkrebs aufzuspüren. Zurzeit nur bei Mäusen. (Foto: helix / Fotolia)

(dbp/auh) Am Massachusetts Institute of Technology (MIT) wurde mithilfe der Nanotechnologie ein Joghurt entwickelt, der Darmkrebs aufspürt.

„Weil viele Patienten die Darmspiegelung scheuen, wird diese oft erst dann durchgeführt, wenn der Krebs schon fortgeschritten ist. Mit dem Joghurt können auch die Risikopatienten auf angenehme Weise vorzeitig getestet werden“, berichtet das Portal www.deutsche-wirtschafts-nachrichten.de unter Hinweis auf einen Bericht von Kevin Bullis im „MIT Technology Review“ vom 2. Oktober 2014.

Die MIT-Professorin Dr. Sangeeta Bhatia hat herausgefunden, dass Nanopartikel Tumore identifizieren können und über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden werden. Die synthetischen Nanopartikel funktionieren wie Biomarker. Die Teilchen im Joghurt färben sich ein, wenn sie auf Krebszellen gestoßen sind. „Ein einziger Löffel Joghurt reicht aus, um bei einem anschließenden Urintest Krebs feststellen zu können“, so Kevin Bullis. Dr. Bhatia hat einen Papiertest entwickelt, mit dem der Urin untersucht werden kann. An Mäusen wurde er bereits erfolgreich getestet. Klinische Tests hat es aber noch nicht gegeben.

Sangeeta Bhatia ist Professorin am Massachusetts Institute of Technology (MIT) und leitet dort das Labor für „Multiscale Regenerative Technologies“. Sie gilt als Pionierin der Mikrostrukturtechnik (bioMEMS) und ist spezialisiert auf Nanotechnologie und Tissue Engineering (Konstruktion biologischer Gewebe).

Die Wissenschaftlerin mit indischen Wurzeln hat insbesondere die Entwicklungsländer im Blick. Dort sind Krebsuntersuchungen viel zu teuer, so dass nur sehr wenige Menschen eine Chance haben, die Krankheit im Frühstadium zu bekämpfen. „Mit ihrer Lösung dank dem günstigen Joghurt könnten auch die Menschen in armen Ländern flächendeckend in den Genuss regelmäßiger Tests kommen“, so die Hoffnung der Forscherin.