Unter Wasser purzeln die Pfunde schneller

Viele Schwimmbäder bieten Aquacycling-Kurse an. (Foto: goodluz / Fotolia)
Viele Schwimmbäder bieten Aquacycling-Kurse an. (Foto: goodluz / Fotolia)

Aquacycling vereint die Vorteile von Ausdauersport und Muskeltraining

(dbp/auh) Aquacycling, auch Aquabiking genannt, bedeutet übersetzt: Radfahren im Wasser. Doch dabei wird nicht nur in die Pedale getreten. Gleichzeitig aktivieren spezielle Übungen die Rumpf- und Armmuskulatur. Das effektive Ganzkörpertraining wird in vielen kommunalen und privaten Schwimmbädern angeboten.

Die Wasserfahrräder (Aquabikes) sind aus rostfreiem Edelstahl und stehen in der Regel in einer Wassertiefe von 1,30 bis 1,35 Meter. Das Wasser hat meist eine Temperatur von etwa 28 bis 32 Grad. Wie beim Indoor-Cycling im Fitness-Studio wird die Sitzhöhe individuell angepasst. Die Füße stecken in Badeschuhen und werden auf den Pedalen fixiert. Und dann geht es los. Unter Anleitung von ausgebildeten Trainern und meist zu fetziger Musik wird der Schwierigkeitsgrad der Übungen stetig gesteigert.

Es können verschiedene Griffpositionen eingenommen werden, die den Körper verlagern. Man sitzt also nicht die ganze Zeit auf dem Sattel, sondern „schwebt“ auch mal darüber. Dabei bleibt der Rücken immer gerade und die Trainierenden sollten, wie auch beim Fitnesstraining an Land, darauf achten, dass sie nicht „einknicken“. Typische Übungen auf dem Aquabike sind Wasserschieben und Wasserdrücken. In aufrechter Sitzposition verlassen die Hände den Griff und schieben das Wasser nach vorn oder zur Seite.

Für Fitness und Reha geeignet

Gesundheits- und Aquacycling ist wie kaum eine andere Sportart gleichermaßen für gesunde wie auch für gehandicapte Personen geeignet. Das Training verbessert die Kondition und stärkt die Muskulatur. Da die Bewegungen gegen den Widerstand des Wassers ausgeübt werden müssen, wird mehr Kraft benötigt und der Trainingseffekt ist entsprechend höher als bei vergleichbaren „Trockenübungen“, wobei das subjektive Belastungsempfinden im Wasser geringer ist.

Ein weiterer Vorteil: Durch den Wasserauftrieb werden die Gelenke nicht belastet. Die typischen Sportverletzungen gibt es im Wasser nicht. Dadurch ist Aquacycling der ideale Gesundheitssport für Menschen mit Arthrose oder anderen Gelenkerkrankungen, für Träger von Endoprothesen, für Fibromyalgie-Patienten und für alle mit starkem Übergewicht.

Gewicht lastet nicht auf Gelenken

Letztere profitieren besonders von einem Effekt, der in der Physik „archimedisches Prinzip“ heißt: Ein Körper „verliert“ so viel Gewicht, wie das von ihm verdrängte Wasser wiegt. Beim Aquacycling sind das etwa 50 Prozent des Körpergewichts. Wenn man auf dem „Aquabike“ sitzt, reicht das Wasser etwa bis zum Bauchnabel. Im schultertiefen Wasser wären es sogar 90 Prozent des Gewichts, das gefühlt dahinschmilzt.

Aquacycling wird nicht nur im Freizeitbereich und in Therapieeinrichtungen, sondern auch im Leitungssport eingesetzt. Und es scheint extrem viel Spaß zu machen: In einer Untersuchung zum Thema Kundenzufriedenheit sagten 99 Prozent der Befragten, dass sie in Zukunft wieder einen Aquacycling-Kurs besuchen werden.