Unsichtbare Zahnkorrektur beim Kieferorthopäden

Mit der Lingualtechnik bleibt die Zahnspange unsichtbar. (Foto: proDente e. V.)
Mit der Lingualtechnik bleibt die Zahnspange unsichtbar. (Foto: proDente e. V.)

Die Lingualtechnik garantiert Ästhetik während der gesamten Behandlung.

(dbp/fru) Zahnspangenträger kennen das: Beim Sprechen oder Lächeln blitzen ihrem Gesprächspartner die Metallbögen ihrer Zahnspangen entgegen. Das finden viele Patienten unangenehm. Es geht aber auch anders. Neben  durchsichtigen Zahnschienen (Aligner) gibt es heutzutage auch die sogenannte Lingualtechnik, bei der die Brackets nicht auf die Vorderzähne (vestibulär), sondern auf der Rückseite der Zähne – also zur Zunge hin (lingual) – angebracht werden. Beide Methoden haben gegenüber den herkömmlichen Zahnspangen deutliche ästhetische Vorteile.

Im Gegensatz zu Alignern können jedoch mit der Lingualtechnik selbst ausgeprägte Fehlstellungen behandelt werden. „Mit der unsichtbaren Zahnspange werden ästhetische und medizinisch-funktionelle Aspekte zugleich berücksichtigt“, heißt es auf den Internetseiten der Deutschen Gesellschaft für Linguale Orthodontie (DGLO). Die einzigen Voraussetzungen, um eine Behandlung zu beginnen, seien gesunde Zähne und ein erkrankungsfreier Zahnhalteapparat.

Für Patienten jeden Alters geeignet

Sowohl Kinder und Jugendliche, als auch Erwachsene können mittels Lingualtechnik behandelt werden. Die weiteren Vorteile erklärt der Kieferorthopäde Prof. Dr. Dirk Wiechmann, der auch selbst Lingualtechnik-Systeme entwickelt hat, auf dem Zahnportal ZWP online: „Einer der wichtigsten Punkte aus unserer Sicht ist das signifikant geringere Entkalkungsrisiko auf lingualen Zahnflächen“. Das Risiko solcher unschönen weißen Flecken, die bei einer herkömmlichen Behandlung entstehen können, werde durch die linguale Behandlungsmethode deutlich minimiert. „Ein weiterer Punkt ist natürlich, dass die Patienten viel fröhlicher und motivierter sind, wenn sie sehen, dass und wie sich ihre Zähne bewegen. Bei vestibulären Apparaturen – und seien sie auch zahnfarben – ist hier der Blick auf die Zahnstellung eben nun einmal verdeckt.“

Auch qualitativ sei die Lingualtechnik sehr gut aufgestellt. Denn man habe die Gewissheit, dass immer individuelle sogenannte Set-ups erstellt werden und jeder Patient mit einer individuellen Bogenform die Praxis verlässt. Bei der vestibulären Methode sei das Angebot mit meistens drei Bogenformen recht limitiert. „Passt der Patient in diese drei Formen nicht hinein, wird halt der Bogen eingesetzt, der da ist.“ Doch gerade eine individuelle Bogenform sei für die Stabilität und Rezidiv-Prophylaxe entscheidend.

Kosten relativ hoch

Die Initiative proDente weist darauf hin, dass die Lingualbehandlung eine rein ästhetische Lösung der Zahnkorrektur sei und darum die Mehrkosten grundsätzlich vom Patienten zu tragen seien. In manchen Fällen könne es sich aber auch aus medizinischen Gründen lohnen, in eine Lingualbehandlung zu investieren: Denn die Lingualbehandlung sei bei bestimmten Indikationen, wie z. B. Tief- und Kreuzbisse, gegenüber herkömmlichen Behandlungen im Vorteil.

Die Lingualtechnik umfasst einen aufwendigeren Laborprozess und eine anspruchsvollere kieferorthopädische Behandlung. Die DGLO empfiehlt, den Kostenvorschlag des Behandlers direkt bei der Kasse einzureichen, um die Höhe der Kostenbeteiligung zu erfahren. Häufig könnten im Vorfeld auch die Fachzahnärzte die voraussichtliche Kostenübernahme durch die Kasse abschätzen. Vollständige Behandlungen mit der Lingualtechnik sind in Deutschland je nach Aufwand ab etwa 6 000 Euro aufwärts zu haben.

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