Unschöne Dellen

Nahezu jede Frau über 20 Jahren leidet unter „Orangenhaut“. Spätestens mit dem Kneiftest wird die Cellulite in der Haut sichtbar. (Foto: Fotolia / Dron)
Nahezu jede Frau über 20 Jahren leidet unter „Orangenhaut“. Spätestens mit dem Kneiftest wird die Cellulite in der Haut sichtbar. (Foto: Fotolia / Dron)

Mit fortschreitendem Alter bekommen viele Frauen Cellulite.

(dbp/fru) Gerade im Sommer, wenn die Kleidung etwas knapper ausfällt sind sie oft zu sehen –  die unschönen Dellen am Po und an den Oberschenkeln. Der korrekte medizinische Begriff für die umgangssprachlich als „Orangenhaut“ bezeichneten Stellen lautet „Cellulite“. Die ebenfalls oft verwendete Bezeichnung „Zellulitis“ ist aus medizinischer Sicht falsch, denn hierbei handelt es sich um einen entzündlichen Prozess des Unterhautgewebes, der durch eine bakterielle Infektion verursacht wurde.

Eine solche Infektion liegt bei einer Cellulite nicht vor. Die Veränderung der Hautoberfläche ist ein rein ästhetisches Problem und keine Krankheitserscheinung. Zur Vorbeugung oder Verminderung werden zahlreiche medizinische, alternativmedizinische und kosmetische Behandlungsmethoden angeboten. Vollständig beseitigen lässt sich die Cellulite damit nicht – allenfalls mindern.

Östrogen ist mitverantwortlich

Cellulite ist größtenteils ein geschlechtsspezifisches Problem. „Schuld“ an Cellulite sei der Aufbau des Bindegewebes bei Frauen und das weibliche Geschlechtshormon Östrogen, heißt es auf den Internetseiten der „Frauenärzte im Netz“. Die Dellen am Oberschenkel und am Gesäß seien gefüllte Fettzellen, die vom parallel angeordneten Bindegewebe nicht mehr in der Unterhaut festgehalten werden könnten. Die fettspeichernden Zellen der Frau haben zudem die Fähigkeit, um einiges größer als beim Mann aufgefüllt zu werden, weswegen Männer eher nicht von Cellulite betroffen sind.

Im Gegensatz dazu leidet nahezu jede Frau über 20 Jahren unter Orangenhaut in mehr oder minder heftiger Form. Aus kosmetischer Sicht werden oft drei Stufen des Hautbildes unterschieden: Die Dellen sind nur sichtbar, wenn man die Haut zusammenkneift, sie sind im Stehen, jedoch nicht im Liegen sichtbar oder man kann sie auch beim Liegen sehen. Obwohl Cellulite die Gesundheit nicht einschränkt, nehmen viele Betroffene Anstoß daran und suchen verzweifelt nach Abhilfe. Entsprechend viele Präparate und Behandlungsansätze kursieren auf dem Markt. Doch inwieweit die Dellen in der Haut therapiert werden können, ist wenig erforscht.

Sanfte Methoden gegen Verschlimmerung des Hautbildes

Sport und eine ausgewogene Ernährung gelten als vergleichsweise effektive und schonende Maßnahmen zur Verringerung einer Cellulite, wenn sie dauerhaft erfolgen. In Kombination damit können zudem verschiedene Cremes (z. B. mit Koffein), Massagen und andere Methoden zur Stimulation der Durchblutung und Verbesserung des Lymphabflusses zur Therapie angewendet werden. Als sehr effektiv gilt die Fettabsaugung (Liposuktion), denn dabei werden die Fettdepots beseitigt und die Struktur des Gewebes aufgebrochen. Doch auch wer sich für die Schönheit unters Messer legt, darf keine dauerhafte Linderung erwarten – früher oder später füllt der Körper seine Lager nach.

„Mesocellulite“ heißt ein weiteres sanftes und schonendes Verfahren aus dem Bereich der sogenannten Mesotherapie. „Mittels feinster Mikroinjektionen wird ein Cocktail mit stark durchblutungsfördernden, stoffwechselaktivierenden und fettmobilisierenden Wirkstoffen flächig in die betroffenen Bereiche eingebracht, um eine Glättung und Straffung der Problemzonen zu erreichen“, teilt die Deutsche Gesellschaft für Mesotherapie mit. Und letztlich können auch Ultraschall, Meersalz-Bäder und Kryotherapie zum Einsatz kommen, um das Hautbild zu verbessern. Bei allen Behandlungsformen muss Frau in die eigene Tasche greifen, denn die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen diese kosmetischen Eingriffe in der Regel nicht.

Eine Kommentar schreiben

Ihre Emailadresse wird nicht veröffentlicht! Erforderliche Felder sind mit einem * gekennzeichnet.

Sie können folgende HTML Tags und Attribute verwenden:

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>