Ungeborene lächeln nur aus Reflex

Die Mimik des Ungeborenen sagt nichts über seine Gefühle aus. (Foto: nenetus / Fotolia)
Die Mimik des Ungeborenen sagt nichts über seine Gefühle aus. (Foto: nenetus / Fotolia)

(dbp/spo) Beim „großen“ Ultraschall gegen Ende des zweiten Schwangerschaftsdrittels sehen manche Eltern ihr ungeborenes Baby auf dem Bildschirm lächeln.

Allerdings sagt das rein gar nichts darüber aus, wie sich das Kleine gerade fühlt.

Ein Trost für die Eltern: Auch wenn das Baby beim Ultraschall grimmig oder traurig guckt, hat das nichts mit seinem Gefühlszustand zu tun. Die Gesichtsbewegungen seien unwillkürlich und reflexhaft, eine Art Training, sagt Professor Eberhard Merz, Pränatalmediziner in Frankfurt und Experte der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM). Schließlich sei eine ausgefeilte Mimik nach der Geburt für das Kind wichtig, um mit den Eltern kommunizieren zu können.

Bewusstes Lächeln kommt erst später

Eltern dürfen also beim Ultraschall nicht von der Mimik auf die Gefühlslage des Babys schließen. Als ähnlich nichtssagend stufen Experten das sogenannte Engelslächeln von Neugeborenen ein. Bewusst lächeln können die Kleinen erst zum Ende des zweiten Lebensmonats.

Die Mimik von ungeborenen Babys, die bei 3D- oder 4D-Ultraschalluntersuchungen besonders gut analysiert werden kann, liefert den Pränatalmedizinern dennoch wichtige Erkenntnisse über deren neurologische Entwicklung, so Professor Merz.