Ultraschall soll Babys genauer untersuchen

Während der Schwangerschaft haben Frauen Anspruch auf kostenlose Ultraschalluntersuchungen. (Foto: Bilderbox)
Während der Schwangerschaft haben Frauen Anspruch auf kostenlose Ultraschalluntersuchungen. (Foto: Bilderbox)

(dbp/spo) Dreimal haben Frauen, die gesetzlich krankenversichert sind, während der Schwangerschaft Anspruch auf eine Ultraschalluntersuchung.

Beim zweiten Ultraschall zwischen der 19. und 22. Schwangerschaftswoche kann das Baby jetzt auf Wunsch noch genauer organisch untersucht werden. Zum 1. Juli 2013 wurden die Mutterschaftsrichtlinien entsprechend geändert.

Wurden bisher vor allem die Größe von Kopf, Bauch, Oberschenkelknochen und die Lage der Plazenta bei der zweiten Ultraschalluntersuchung unter die Lupe genommen, gibt es jetzt noch eine Erweiterung: So wird zum Beispiel nachgesehen, ob Kopf und Hirnkammern normal geformt sind und das Kleinhirn sichtbar ist. Weiterhin wird geprüft, ob Hals und Rücken gut entwickelt sind, ob das Herz die richtige Größe hat und rhythmisch schlägt, ob die vier Herzkammern ausgebildet sind und die vordere Bauchwand geschlossen ist.

Frauenärzte müssen qualifiziert sein

Die erweiterte Ultraschalluntersuchung darf nur von Frauenärzten vorgenommen werden, die eine entsprechende Wissensprüfung abgelegt haben. Andernfalls sollen die Schwangeren in eine andere Praxis überwiesen werden.

Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) begrüßt die Neuregelung. Sie erhöhe die Qualität des Ultraschallscreenings. „Doch wir erreichen damit bei Weitem nicht die Anforderungen, die in anderen europäischen Ländern für eine Untersuchung auf fetale Fehlbildungen in der 20. Woche gelten“, sagt DEGUM-Sprecherin Professor Dr. Annegret Geipel. Eine noch weiter führende Organdiagnostik (Feindiagnostik) sei hierzulande nur vorgesehen, wenn es beim Basisultraschall Auffälligkeiten gibt.