Tückischer Angriff auf die Knochen

Das Ergebnis der Knochendichtemessung ist ein Faktor für die Diagnose der Osteoporose. (Foto: perfectmatch / Fotolia)
Das Ergebnis der Knochendichtemessung ist ein Faktor für die Diagnose der Osteoporose. (Foto: perfectmatch / Fotolia)

Osteoporose entwickelt sich meist schleichend, Früherkennung ist wichtig

(dbp/wgt) Die Osteoporose gilt weltweit als häufigste Erkrankung der Knochen. Allein in Deutschland ist mittlerweile jeder Vierte über 50 betroffen. Und das Krankheitsrisiko nimmt mit den Lebensjahren deutlich zu. Doch nicht immer wird die Krankheit rechtzeitig diagnostiziert. Denn sie entwickelt sich in der Regel schleichend, und mitunter treten vor dem ersten Knochenbruch keine Beschwerden auf. Dabei kann die Osteoporose inzwischen erfolgreich behandelt werden, sofern sie nur frühzeitig genug erkannt wird, betont die Patientenorganisation Netzwerk Osteoporose.

Frauen sind deutlich häufiger betroffen

Zwar bleiben auch Männer nicht verschont, jedoch leiden Frauen nach Angaben des Kuratoriums Knochengesundheit fünfmal so oft an der Stoffwechselerkrankung, die mit fortschreitendem Schwund der Knochenmasse einhergeht. Besonders häufig betroffen sind Frauen nach der letzten Menstruation (Menopause). Anhaltende und unerklärliche Rückenschmerzen oder eingeschränkte Beweglichkeit können erste Anzeichen sein. Dann sollte umgehend ein Arzt konsultiert werden.

Anhand erblicher Vorbelastungen und bereits bestehender Krankheiten, die zu einer Osteoporose führen können, aber auch aufgrund typischer Merkmale wie Rundrücken oder anderen Wirbelsäulenverkrümmungen kann der Arzt das Krankheitsrisiko bewerten. Liegt ein erster Verdacht auf Osteoporose vor, wird der Arzt eine Knochendichtemessung veranlassen, um die Diagnose abzusichern.

Messung der Knochendichte bringt Klarheit

Die Messung der Knochendichte erfolgt in der Regel mit der DXA-Methode (Doppel-Röntgen-Absorptionsmessung). Dabei wird der Mineralgehalt der Knochen am Oberschenkelhals und an der Lendenwirbelsäule bestimmt, den Zonen mit der höchsten Bruchgefahr bei einer Osteoporose. Aus den Messergebnissen lässt sich der sogenannte T-Wert errechnen. Bei Werten von minus 1 bis minus 2,5 liegt ein erhöhtes Knochenbruchrisiko vor. T-Werte unter minus 2,5 weisen laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf eine Osteoporose hin. In die individuelle Risikobewertung fließen jedoch weitere Faktoren wie Alter, Gewicht und die jeweilige Krankengeschichte ein.

Noch bis Anfang 2013 wurde eine Dichtemessung von den Gesetzlichen Krankenkassen nur dann bezahlt, wenn die Patienten bereits einen Knochenbruch erlitten hatten und ein begründeter Verdacht auf Osteoporose vorlag. Inzwischen wurden die Voraussetzungen gelockert. Nach einer Entscheidung des Gemeinsame Bundesausschusses, der festlegt, welche Leistungen von den Gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden, genügt künftig der Verdacht auf eine Osteoporose und die Absicht des Arztes eine medikamentöse Therapie einzuleiten.

Neben der DXA-Methode bietet sich für die Bestimmung der Knochendichte auch die Quantitative Computertomographie (QCT) an. Sie ist jedoch mit einer erheblich stärkeren Strahlenbelastung verbunden. Ebenfalls gebräuchliche Ultraschallmessungen eignen sich nach Ansicht des Netzwerks Osteoporose nicht zur Diagnose der abnehmenden Knochendichte.

Eine Untersuchung des Blutes gehört dagegen zur Basisdiagnostik. Sie dient dazu, andere Erkrankungen des Skeletts ebenso auszuschließen wie mögliche Krankheiten, die eine Osteoporose verursachen können. Erst dann wird der behandelnde Arzt mit der für den Patienten am besten geeigneten Therapie beginnen.