Tropfen, Tabletten und Globuli

Globuli sind die gängigste Darreichungsform homöopathischer Mittel. (Foto: Fotolia / bina01)
Globuli sind die gängigste Darreichungsform homöopathischer Mittel. (Foto: Fotolia / bina01)

Homöopathische Mittel sind beliebt.

(dbp/fru) Der Wunsch des Menschen nach alternativen Heilmethoden ist ungebrochen. Kein Wunder in Zeiten der „5-Minuten-Medizin“ – denn oft bleibt Schulmedizinern in Deutschland tatsächlich nicht mehr Zeit, um Patienten zu behandeln. Die durchschnittliche Arztkonsultation hierzulande liegt zwar laut Studien mit 7,6 Minuten etwas darüber, rühmen kann man sich aber hiermit nur gegenüber Bangladesch, dessen Patienten mit durchschnittlich 48 Sekunden pro Arztbesuch die geringste Behandlungszeit erhalten.

Dass Menschen sich bei Arztbesuchen mit einer solch kurzen Kontaktdauer nicht unbedingt gut aufgehoben fühlen, ist nachvollziehbar. Ganz anders sieht es bei klassischen Homöopathen oder mittlerweile auch bei einer Vielzahl von naturheilkundlich tätigen Ärzten aus. Denn hier wird sich einfach mehr Zeit für den Patienten genommen. Und was den Patienten verschrieben wird, scheint auch zu wirken, obwohl die Studienlage zur Wirksamkeit gerade homöopathischer Mittel die Kritiker nicht überzeugen kann. Im Jahr 2017 bevorzugten laut dem Statistikportal „Statista“ dennoch 32 Prozent der Bevölkerung in Deutschland nach Möglichkeit Medikamente, die natürliche (pflanzliche, homöopathische) Bestandteile hatten.

Verschiedene Darreichungsformen

Homöopathische Substanzen gibt es als Tropfen, Tabletten und Globuli (Kügelchen). Letztere sind die gängigste Darreichungsform. Homöopathen empfehlen i.d.R. im Akutfall für Erwachsene die Einnahme von dreimal fünf Kügelchen (oder Tropfen oder Tabletten) einer niedrigen Potenz – am ersten Tag eventuell sogar stündlich fünf, für Kleinkinder dreimal drei Globuli und für Säuglinge einmal ein Globulus.

Die Hausapotheke erhält heutzutage gerade bei Familien mit Kleinkindern oft auch homöopathische Mittel. Was hier nicht fehlen sollte, ist z. B. Arnika. Das kommt bei Verletzungen aller Art zum Einsatz, kann aber auch vor einer Zahnbehandlung helfen. Zudem empfehlen Homöopathen bei einer beginnenden Erkältung „Ferrum phosphoricum“ und gegen Herpes können entweder „Rhus toxicodendron“ oder „Natrium chloratum“ helfen. „Nux vomica“ wiederum kann Abhilfe bei Beschwerden nach übermäßigen Genuss von Essen oder Alkohol schaffen.

„Ähnliches mit Ähnlichem heilen“

Symptome werden in der Homöopathie nicht für sich allein betrachtet, sondern es wird der Mensch als Ganzes gesehen. Deshalb ist beim Erstkontakt ein langes Anamnesegespräch vorgesehen, dass auch mal zwei Stunden dauern kann. Der Homöopath analysiert die Informationen aus diesem Gespräch und sucht dann das individuell passende Mittel (Konstitutionsmittel). Dieses soll in erster Linie die Selbstheilungskräfte mobilisieren und den Organismus wieder ins Gleichgewicht bringen.

Der Meißener Arzt Christian Friedrich Samuel Hahnemann (1755 bis 1843) gilt als Begründer dieses Heilungsansatzes, der dem Prinzip „Similia similibus curentur“ folgt. Dieser lateinische Grundsatz „Ähnliches mit Ähnlichem heilen“ gilt in der Homöopathie bis heute. Danach soll ein homöopathisches Arzneimittel so ausgewählt werden, dass die Inhaltsstoffe der Grundsubstanz, wenn sie unverdünnt an Gesunde verabreicht wird, ähnliche Symptome hervorruft wie die, an denen der Kranke leidet. Homöopathische Arzneimittel können übrigens aus verschiedenen Ausgangsstoffen bestehen, z. B. aus Pflanzen oder Mineralien aber auch aus Tieren oder tierischen Produkten.