Treffsichere Diagnose vor der Operation

Endometriose kann extrem starke Menstruationsschmerzen verursachen. (Foto: Alliance / Fotolia)
Endometriose kann extrem starke Menstruationsschmerzen verursachen. (Foto: Alliance / Fotolia)

Endometriose: Magnetresonanztomografie entdeckt auch versteckte Schleimhautinseln

(dbp/auh) Die Endometriose gehört zu den häufigsten gynäkologischen Erkrankungen. Nach Angaben der Deutschen Röntgengesellschaft finden sich bei etwa jeder zehnten Frau kleine Inseln von Gebärmutterschleimhaut „an Orten im Bauchraum, wo sie nicht hingehören“: an den Eierstöcken, am Darm oder an der Harnblase.

„Dadurch haben die Frauen je nach Lokalisation der Endometriose zyklusabhängig teilweise erhebliche Schmerzen“, erklärt Dr. des. Julia Wenzel von der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Universitätsklinikum Gießen. Sollen die Schleimhautinseln operativ entfernt werden, müssen sie vorher genau identifiziert werden.

„Das Problem ist, dass der Chirurg die Schleimhautinseln erst einmal finden muss. Sie sind teilweise sehr klein und in der Tiefe des Gewebes verborgen. Das macht es schwierig, wirklich alle zu finden“, so Wenzel. Die angehende Ärztin hat in einer Studie herausgefunden, dass die Magnetresonanztomografie (MRT) insbesondere solche Schleimhautherde zuverlässig aufspüren kann, die sich im hinteren Bauchraum befinden, speziell am Darm. Etwas weniger treffsicher war die Methode im vorderen Bauchraum, an der Blase und der Vorderwand der Gebärmutter.

„Insgesamt können wir eine präoperative MRT bei Patientinnen mit Endometriose auf jeden Fall empfehlen“, betont Wenzel. „Die MRT erleichtert dem Chirurgen das Auffinden der Läsionen und erhöht so die Chance der Patientin, nach dem Eingriff beschwerdefrei zu sein.“

Keine Therapie kann Heilung garantieren

Die vorsichtige Formulierung der Medizinerin deutet es an: Eine Garantie auf Beschwerdefreiheit gibt es nicht – bei keiner Therapie. Sogar, wenn alle Herde gefunden und restlos entfernt wurden, kann die Endometriose erneut auftreten. Nach Angaben des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bilden sich bei fast vier von fünf operierten Frauen innerhalb von fünf Jahren nach der Operation erneut Endometriose-Herde.

Hormonbehandlung nicht bei Kinderwunsch

Alternativ oder ergänzend zur Operation stehen zahlreiche weitere Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Welche davon zum Einsatz kommen, hängt von vielen individuellen Faktoren ab. So können hormonelle Behandlungen die Endometriose-Herde ruhigstellen und dadurch die Schmerzen lindern. Wenn die Patientin aber eine Schwangerschaft plant, scheidet die Hormonbehandlung aus.

Medikamente gegen die Schmerzen

Zur Schmerzlinderung kommen nach Angaben der Europäischen Endometriose-Liga sogenannte Prostaglandinsynthesehemmer oder krampflösende Medikamente (Spasmolytika) infrage. Auch die Einnahme von frei verkäuflichen Schmerzmitteln sollte stets nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen, rät der Berufsverband der Frauenärzte.

Komplementäre Medizin

Ergänzend, jedoch nicht alternativ, können auch Methoden der sogenannten sanften Medizin zur Linderung der Symptome hilfreich sein. Die Palette reicht von Phytotherapie über Akupunktur bis hin zu Meditation. Ist der Leidensdruck und die psychosoziale Belastung sehr hoch, kann auch eine psychosomatische Therapie in Betracht gezogen werden.