Transplantation von Bauchorganen

Nach der Organentnahme muss das Organ schnell in eines der Transplantationszentren. (Foto: Fotolia / Dan Race)
Nach der Organentnahme muss das Organ schnell in eines der Transplantationszentren. (Foto: Fotolia / Dan Race)

Die Entnahme und Verpflanzung erfolgt durch den Viszeralchirurg.

(iwg/fru) Wenn ein Patient trotz aller Bemühungen nicht mehr von Notärzten, Rettungsteams und Intensivmedizinern gerettet werden kann und der Tod festgestellt wird, beginnt die Arbeit der Menschen, die sich für eine Organspende des Verstorbenen einsetzen. Nach Feststellung des endgültigen, nicht mehr behebbaren Ausfalls der Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms ist die medizinische Voraussetzung für eine Organspende gegeben. „Diese Feststellung erfolgt nach den Richtlinien der Bundesärztekammer durch zwei dafür qualifizierte Ärzte und zwar unabhängig voneinander“, erklärt die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO).

Meldung des Spenders an die DSO

Zunächst wird der potenzielle Spender an die DSO gemeldet, welche bundesweit in verschiedene Regionen aufgeteilt und für die Krankenhäuser rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr erreichbar ist. Da in Deutschland eine Organspende ausschließlich mit einer Einwilligung möglich ist, wird zunächst geprüft, ob der Verstorbene ein Organspende-Ausweis besitzt, in dem sein Willen bezüglich einer Organspende dokumentiert ist. Ansonsten werden die nächsten Angehörigen um eine Entscheidung im Sinne des Verstorbenen gebeten. Wenn feststeht, ob und welche Organe entnommen werden dürfen, veranlasst die DSO alle notwendigen Untersuchungen und prüft mögliche Übertragungsrisiken. Zudem leitet sie die Erhebung der medizinischen Daten ein, die für die Vermittlung und Transplantation der Organe wichtig sind.

Die Koordinatoren der DSO senden die erhobenen Laborwerte mit weiteren Angaben zum Spender an die zentrale Vermittlungsstelle Eurotransplant mit Sitz in Holland. Sie ist die Vermittlungsstelle für Organspenden in den Benelux-Ländern, Deutschland, Österreich, Slowenien, Kroatien und Ungarn. Ein spezielles Computerprogramm gleicht dort die Daten der Spenderorgane mit denen der Wartelistenpatienten ab und ermittelt die Empfänger. Die Vergabe richtet sich ausschließlich nach medizinischen Kriterien. Im Vordergrund stehen die Dringlichkeit und die Erfolgsaussicht.

Entnahme, Transport, Transplantation

Die Organentnahme ist laut Deutschem Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften (drze) eine gemeinsame Aufgabe von Transplantationszentren und sogenannten Entnahmekrankenhäusern. „Eine Organspende kann in einem Krankenhaus stattfinden, wenn es mindestens über eine Intensivstation mit Beatmungsplätzen verfügt“, erklärt das drze. Die Transplantation des Organs darf hingegen nur von einem Transplantationszentrum vorgenommen werden. In Deutschland gibt es derzeit 46 Transplantationszentren.

In Entnahmekrankenhäusern können Nieren, Herz, Leber, Lunge, Pankreas und Dünndarm gespendet werden, erklärt die DSO. Der Transport von Spenderorganen muss schnell, äußerst sorgfältig und medizinisch einwandfrei erfolgen. Wenn das Organ im Transplantationszentrum eintrifft, ist der Empfänger bereits auf die Operation vorbereitet. In viszeralchirurgischen Zentren werden dann i.d.R. Nieren, Leber, Bauchspeicheldrüse und Dünndarm verpflanzt. Andere Organe werden aufgrund von Qualitätssicherungsmaßnahmen in anderweitig spezialisierten Schwerpunktzentren verpflanzt.