Transplantation statt Sehhilfe

Der Arzt erklärt im Beratungsgespräch anschaulich, wie genau eine Hornhauttransplantation abläuft. (Foto: Fotolia / auremar)
Der Arzt erklärt im Beratungsgespräch anschaulich, wie genau eine Hornhauttransplantation abläuft. (Foto: Fotolia / auremar)

Die Hornhautchirurgie kann die Sehkraft merklich verbessern.

(dbp/fru) Die Hornhaut des Auges besteht aus fünf Schichten und ist zudem von einem Tränenfilm überzogen. Jede Schicht erfüllt andere Aufgaben. Unsere Hornhaut ist durchsichtig und erlaubt dadurch einen ungehinderten Eingang von Lichtstrahlen, damit man überhaupt etwas sehen kann. Zudem ist sie gewölbt, um die Lichtstrahlen brechen zu können, damit die Bilder scharf auf der Netzhaut dargestellt werden, erklärt die Hornhautbank München auf ihren Internetseiten.

Es gibt diverse Erkrankungen der Hornhaut, welche ihre Funktion beeinträchtigen und so zu Sehschwächen führen können. Die häufigsten Ursachen hierfür seien laut Hornhautbank München Wölbungsanomalien und Verformungen der Hornhaut, wie beispielsweise der sogenannte Keratokonus. Aber auch Trübungen der Hornhaut, z. B. durch übermäßiges Eindringen von Wasser, Narbenbildung nach Verletzungen oder Infektionen sowie bestimmte erbliche Erkrankungen und Stoffwechselstörungen können zu einer dauerhaften Störung der Sehkraft führen.

Hornhauttransplantationen sind heute Routine

Wenn solche Hornhautdefekte vorliegen, hilft meistens nur eine Operation, um wieder gut sehen zu können. Laut der Augenklinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz stellt die Hornhauttransplantation (Keratoplastik) die älteste und häufigste Form der Transplantation dar. Heutzutage ist dies ein Routineeingriff. Hierzulande werden jährlich etwa 6 000 Hornhauttransplantationen vorgenommen. Der Bedarf sei jedoch doppelt so hoch. Das Problem: Es gibt zu wenig Spender.

„Jedermann, der gesunde Augen hat und frei von übertragbaren Krankheiten ist, kann unabhängig von seinem Alter nach seinem Tode Hornhautspender sein. Die Hornhautspende ist wie jede Spende von Gewebe und Organen immer völlig freiwillig und nie gegen den zu Lebzeiten erklärten Willen eines Menschen möglich“, sagt die Hornhautbank München. Es empfiehlt sich also, einen Organspendeausweis auszufüllen und bei sich zu tragen. Das entlastet übrigens auch Angehörige.

Erfolgsrate liegt im Normalfall bei über 90 Prozent

Bei Hornhauttransplantationen unterscheidet man vor allem zwischen dem Ersatz der Hornhaut in voller Dicke (perforierende Keratoplastik) und dem Ersatz von Teilschichten (Lamellen) der Hornhaut (lamelläre Keratoplastik), auf welche sich die krankhaften Veränderungen ggf. beschränken. Die Augenklinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz beziffert die Erfolgsrate bei Hornhauttransplantationen im Normalfall (wenn keine Entzündungen oder Gefäßeinsprossungen etc. vorliegen) auf über 90 %.

Beim Ersatz der Hornhaut in voller Dicke wird der krankhafte Bereich einfach mit einem Rundmesser ausgestanzt und an dessen Stelle die gesunde Hornhaut eingenäht. Die Operation dauert für gewöhnlich knapp eine Stunde und wird in Vollnarkose durchgeführt. Wenn nur einzelne Hornhautschichten ausgetauscht werden sollen, kommt es darauf an, ob eine oder mehrere der vorderen oder hinteren Schichten betroffen sind. Bei der hinteren lamellären Keratoplastik wird durch drei kleine Stellen am Auge die innerste Hornhautschicht entfernt. Im Anschluss erfolgt die Transplantation der Spenderscheibe, welche nur durch Luft an die Hornhaut des Empfängers angedrückt wird. Hier sind also im Gegensatz zur perforierenden und zur vorderen lamellären Keratoplastik, bei der die äußeren Hornhautschichten ersetzt werden, keine Nähte erforderlich.