Tierfelle schützen Stadtbabys vor Allergien

Haben Säuglinge Kontakt zu Tierfellen, sinkt womöglich ihr Allergierisiko. (Foto: Ramona Heim / Fotolia)
Haben Säuglinge Kontakt zu Tierfellen, sinkt womöglich ihr Allergierisiko. (Foto: Ramona Heim / Fotolia)

(dbp/auh) Säuglinge, die in ihren ersten drei Lebensmonaten auf Lammfell oder ein anderes Tierfell gebettet wurden, haben ein geringeres Risiko, an Asthma zu erkranken.

Darauf machen die Lungenärzte des Bundesverbandes der Pneumologen (BdP) aufmerksam. Anlass ist die Vorstellung einer Studie des Helmholtz-Zentrums München auf einem Lungenkongress im September 2014.

„Mit Tierfell erlitten die Kinder im Alter von sechs Jahren um 79 Prozent weniger Asthma‐Anfälle, als Kinder, die ohne Tierfell geschlafen hatten. Auch im Alter von zehn Jahren war ihr Asthma‐Risiko noch um 41 Prozent geringer als ohne Tierfell“, berichtet Dr. Andreas Hellmann, Vorsitzender des BdP. „Das ist ein interessanter Hinweis für werdende Eltern, die das Asthma‐Risiko ihrer Kinder verringern wollen, insbesondere wenn sie selbst Allergiker sind“, erklärt der Pneumologe aus Augsburg.

Schon länger sei bekannt, dass Kinder, die auf einem Bauernhof aufwachsen, seltener an Asthma und Allergien erkranken. Man nimmt an, dass der frühe und regelmäßige Kontakt mit bestimmten Bakterien aus Heu, Stroh und Tierzucht das Risiko für diese Erkrankungen senkt. „Und zwar umso besser, je größer die Vielfalt der vorhandenen Mikrobenwelt ist“, erläutert Dr. Hellmann. „Offenbar können auch Tierfelle ein Reservoir für solche Mikroben darstellen, selbst wenn die verantwortlichen Bakterien, die in den Fellen stecken, von den Forschern noch zu identifizieren sind. Somit scheint das Betten von Stadtkindern auf Tierfellen einen gewissen Schutz vor Asthma und Allergien zu vermitteln, dem ähnliche Mechanismen zugrunde liegen wie das Aufwachsen in ländlicher Umgebung oder ein direkter Kontakt mit Tieren.“