Tanzen geht auch mit Rollator

Beim Rollator-Tanz kann man neben Linien- und Kreistänzen sogar Elemente aus Standardtänzen und Lateinamerikanischen Tänzen ausführen. (Foto: ADTV / Wiemers)
Beim Rollator-Tanz kann man neben Linien- und Kreistänzen sogar Elemente aus Standardtänzen und Lateinamerikanischen Tänzen ausführen. (Foto: ADTV / Wiemers)

Ungewöhnlicher Tanzpartner verhilft Senioren zu mehr Fitness.

(dbp/fru) Fit, selbstständig und unabhängig bis ins hohe Alter – das ist das Ziel vieler Menschen. Um dieses Ziel zu erreichen, sind vor allem eine gute geistige sowie körperliche Gesundheit notwendig. Ein altbekanntes Sprichwort sagt: „Wer rastet, der rostet“. Also sollte man durch regelmäßiges Training Körper und Geist immer wieder beanspruchen, um nicht „einzurosten“. Hierfür bietet sich für Senioren auch das Tanzen an, denn jeder Mensch hat ein Gefühl für Rhythmus und die meisten bewegen sich auch gern zu Musik.

Für Senioren eher nicht empfehlenswert sind Bewegungsformen, die mit Abstopp-Belastungen einhergehen, wie z. B. Fußball und Tennis. Denn beim Abstoppen wird eine Bewegung abrupt unterbrochen, wodurch die Gelenke enorm belastet werden können. Besser geeignet sind  für Senioren Bewegungen oder Sportarten, die einen gleichmäßigen Bewegungsfluss gewährleisten, wie Schwimmen oder eben das Tanzen.

Tanzen verbindet viele positive Eigenschaften

Zahlreiche Studien belegen, dass Tanzen nicht einfach nur ein Vergnügen ist, sondern höchst positive Wirkungen für Körper, Geist und Seele hat. Tanzen erfordert die Bewegung des eigenen Körpers in Raum und Zeit, es schult die Fitness, die Balance und das Rhythmusgefühl. Es gibt sogar Hinweise darauf, dass Tanzen den Beginn und Verlauf einer Demenz verzögern kann.

Für Neu- oder Wiedereinsteiger des Tanzens ist insbesondere der Seniorentanzsport als Gesundheitssportangebot interessant, teilt der Deutsche Tanzsportverband mit. Hier gibt es beispielsweise Angebote, welche zum Herz-Kreislauf-Training, Muskelaufbau oder Entspannungstraining geeignet sind. Tanzsporterfahrene Ältere finden in den einzelnen Tanzarten vielfältige Angebote vor, die entweder als reiner Freizeittanzsport, Breitensport, oder auch als Wettkampfsport im Rahmen des Leistungssportes für Ältere betrieben werden können.

Auch mit Bewegungseinschränkungen lässt sich tanzen

Da Tanzen insbesondere auch emotionale und soziale Aspekte anspricht, sollten auch bewegungseingeschränkte Menschen nicht darauf verzichten. Die Erfindung des Rollators hat das Leben vieler Menschen erleichtert. Er ermöglicht nicht nur eine bessere Mobilität, sondern auch individuelle Autonomie und damit eine höhere Lebensqualität. Und der Rollator kann auch Tanzpartner sein.

Rollator-Tanz ist insbesondere für ältere Menschen geeignet, die nicht mehr an einer „normalen“ Seniorentanzstunde teilnehmen können. Diesen Menschen fällt es sowieso nicht immer leicht, Kontakte zu anderen zu knüpfen oder aufrecht zu erhalten. Daher ist das gemeinsame Tanzen und Lachen die ideale Gelegenheit, um unverkrampft miteinander umzugehen. Aber auch jüngere Menschen, die z. B. unfallgeschädigt sind, eine Rheumaerkrankung oder Multiple Sklerose haben, können so den Gehwagen als positives Hilfsmittel  in ihren Alltag integrieren.

Bevor es losgeht, ist wie bei jeder sportlichen Betätigung Aufwärmen angesagt. Im Rhythmus die Füße kreisen, Arme bewegen und strecken – dadurch werden die Muskeln gelockert und man kommt in Tanzstimmung. Neben Tanzen im Sitzen, Kreis- und Linientänzen stehen – je nach Zusammensetzung der Gruppe – auch Standardtänze und Lateinamerikanische Tänze auf dem Programm. Trinkpausen sowie Entspannungs- und Atemübungen runden die Tanzstunde ab und bieten Möglichkeiten zur Erholung. Angeboten werden Rollator-Tanzkurse i. d. R. von spezialisierten Tanzschulen, Seniorenstiften, Rehabilitationszentren oder auch in Kurhäusern.