Tagsüber im Heim, nachts wieder zu Hause

Tagsüber im Heim, nachts wieder zu Hause

Die Tagespflege bietet Vorteile für Pflegebedürftige und Pflegende gleichermaßen

(dbp/spo) Die Kinder, der Job, der eigene Haushalt: Pflegende Angehörige müssen sich neben der Pflege oft noch um viele andere Dinge kümmern. Um alles zu schaffen, kann Hilfe von außen nötig sein. Die Tagespflege bietet hier eine gute Lösung.

Tagespflege heißt: Die Pflegebedürftigen verbringen den Tag in einem Pflegeheim. Dort nehmen sie an den Mahlzeiten und gemeinsamen Aktivitäten teil. Je nach Einrichtung gibt es Ausflüge, Singnachmittage, Spiele, Therapieangebote oder es wird sogar zusammen gekocht. Meist organisieren die Heime einen Fahrdienst, der die Senioren am späten Nachmittag oder abends wieder nach Hause bringt.

Grundsätzlich kann die Tagespflege auch nur an einzelnen Tagen in der Woche in Anspruch genommen werden, sagt Pflege-Expertin Christiane Grote von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Einige wenige Heime bieten sogar eine Nachtpflege an. Für Interessierte, die sich das Angebot zunächst einmal unverbindlich ansehen wollen, gibt es häufig Schnuppertage.

Zu Hause wohnen bleiben

Die Tagespflege boomt in Deutschland. Von 2011 bis 2013 ist die Zahl der teilstationär versorgten Pflegebedürftigen um gut 30 Prozent gestiegen, wie die aktuelle Pflegestatistik des Statistischen Bundesamts zeigt. In den beiden Vorjahren betrug der Anstieg sogar knapp 40 Prozent. Die Zahl der vollstationär Versorgten hat im Vergleich dazu nur um etwa drei Prozent zugenommen.

Vorteile bietet die Tagespflege für beide Seiten – sowohl für Pflegende als auch für Pflegebedürftige. Erstere können durch sie entlastet werden oder weiterhin ihrem Beruf nachgehen. Die Pflegebedürftigen wiederum sind gut versorgt und nicht alleine – gleichzeitig haben sie aber die Möglichkeit, in ihrer gewohnten Umgebung wohnen zu bleiben.

Zuschuss auch bei Pflegestufe 0

Seit Januar 2015 haben sich die Leistungen aus der Pflegeversicherung, die für eine teilstationäre Pflege bezahlt werden, leicht erhöht. Neu ist zudem, dass es auch einen Zuschuss für Menschen gibt, die zwar nicht körperlich beeinträchtigt sind, aber eine „erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz“ haben. Meist trifft das auf Patienten mit einer Demenzerkrankung zu, die zwar nicht gepflegt werden müssen, geistig aber schon so weit nachlassen, dass sie eine ständige Betreuung brauchen. Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) ordnet sie dann in die sogenannte Pflegestufe 0 ein. Hier gibt es monatlich 231 Euro für die Tages- oder Nachtpflege.

Wer eine Pflegestufe hat, kann die Tagespflegeleistungen mit seinem Pflegegeld oder den ambulanten Sachleistungen kombinieren. Die Leistungen werden nicht mehr aufeinander angerechnet. Früher galt: Wurde der Tagespflege-Zuschuss zum Beispiel zu 100 Prozent in Anspruch genommen, reduzierten sich damit die Ansprüche auf Pflegegeld oder Pflegesachleistungen um die Hälfte und umgekehrt. Jetzt darf beides gleichzeitig in voller Höhe abgerufen werden.

Wer sich für Tagespflegeeinrichtungen interessiert, bekommt bei den Pflegekassen oder den Pflegestützpunkten eine Liste mit Anbietern in der Region.

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