Tabuthema Hämorrhoiden

Bei Hämorrhoiden-Beschwerden können fürs Erste juckreizstillende Cremes mit einem betäubenden Wirkstoff helfen. (Foto: Fotolia / absolutimages)
Bei Hämorrhoiden-Beschwerden können fürs Erste juckreizstillende Cremes mit einem betäubenden Wirkstoff helfen. (Foto: Fotolia / absolutimages)

Trotz Schmerzen beim Toilettengang scheuen viele den Gang zum Arzt.

(dbp/fru) Hämorrhoiden sind kein Einzelfall – im Gegenteil, sie kommen sogar ziemlich häufig vor. Schätzungen gehen davon aus, dass hierzulande etwa 50% aller Erwachsenen über 30 Jahre von dieser Erkrankung betroffen sind – Männer häufiger als Frauen. Bei etwa 70% der Männer ab 30 Jahren können Hämorrhoiden nachgewiesen werden. Beschwerden rund um den Darm und die Analregion werden jedoch gerade von ihnen immer noch als peinlich angesehen und sind nach wie vor ein Tabuthema.

Als Hämorrhoiden bezeichnet man ein Geflecht aus kleinen Blutgefäßen am Ende des Mastdarms, das sich je nach Durchblutung und Füllzustand ausdehnen kann und so den Analkanal abdichtet. Jeder Mensch hat also Hämorrhoiden und diese haben auch eine wichtige Funktion, nämlich dass der Darminhalt nicht unkontrolliert abgegeben wird.

Bei Beschwerden zum Arzt

Wenn sich Hämorrhoiden jedoch vergrößern und dadurch aus dem Enddarm hervortreten, können sie Beschwerden wie Blutungen, Druckgefühl, Juckreiz oder Nässen auslösen. Viele vertrauen dann darauf, dass sich die Symptome von alleine verbessern und die vergrößerten Hämorrhoiden sich wieder zurückziehen, was allerdings nur selten der Fall ist. Schon bei den ersten Anzeichen eines Hämorrhoidalleidens sollte deshalb ein Facharzt aufgesucht werden. In der Regel ist das ein sogenannter Proktologe, der auf Erkrankungen des Enddarms spezialisiert ist.

Ist die Krankheit eindeutig diagnostiziert und befindet sie sich noch im Frühstadium, können sich die Patienten auch vom Apotheker zu den Methoden der Selbstmedikation beraten lassen. Wer akut unter seinen Hämorrhoiden leidet und die Zeit bis zum Termin beim Experten überbrücken muss, ist für die Erstversorgung beim Apotheker ebenfalls gut aufgehoben.

Leichte Verläufe können auch selbst behandelt werden

Bei der Diagnose teilt der Facharzt auch den Schweregrad der Erkrankung mit und gibt Empfehlungen für die Behandlung. Laut dem Berufsverband der Internisten werden Hämorrhoiden 1. und 2. Grades überwiegend konservativ (mittels Verödung) behandelt, während Hämorrhoiden der Grade 3 und 4 meist operiert (vollständig entfernt) werden.

Leichte Beschwerden außerhalb dieser vier Grade können auch selbst behandelt werden. Juckreiz ist dabei in den meisten Fällen das Hauptproblem. Hier sollten zusammenziehende oder juckreizstillende Cremes mit einem betäubenden Wirkstoff das Mittel der ersten Wahl sein, teilt die Apothekerkammer Niedersachsen mit. Zudem würden entzündungshemmende Pflanzeninhaltsstoffe, die gerbend wirken, als warmes Sitzbad Erleichterung bringen und die empfindsame Schleimhautwand stärken. Je nachdem wo die Beschwerden auftreten, gibt es Zäpfchen zum Einführen oder Salben für die äußere Anwendung. Das A und O bei der Selbstbehandlung ist die richtige Analhygiene: Übertriebene Pflege mit stark seifenhaltigen Reinigungsmitteln oder parfümierten Tüchern wäre kontraproduktiv. Nach dem Stuhlgang sollte vielmehr die Afterregion vorsichtig mit lauwarmem Wasser gereinigt und mit weichem Toilettenpapier abgetupft werden.

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