Suchtgefahr bei Jugendlichen erkennen

Seltsame Kleidung bei Jugendlichen ist noch kein Hinweis auf ernsthafte Probleme. (Foto: Bilderbox)
Seltsame Kleidung bei Jugendlichen ist noch kein Hinweis auf ernsthafte Probleme. (Foto: Bilderbox)

(dbp/cwr) Wenn Jungen und Mädchen ins Teenageralter kommen, sollten Eltern besonders aufmerksam das Verhalten ihrer Kinder beobachten.

Dazu rät der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Der Grund: Wenn sich Äußeres und Auftreten ändern, könne das auf eine Suchterkrankung hinweisen.

„Eltern sollten genauer hinschauen, wenn ihr Teenager anscheinend keinen Wert mehr auf seine Erscheinung und Körperpflege legt“, sagt Dr. Uwe Büsching, Kinder- und Jugendarzt und Sprecher des Ausschusses Jugendmedizin im BVKJ. Zu den möglichen Anzeichen einer Sucht zählt er ungesundes Schlaf- und Essverhalten, unerklärlichen Gewichtsverlust oder grundlose Gewichtszunahme, neue Freunde, Schul- und Verhaltensprobleme.

Die elterlichen Alarmglocken sollten auch schrillen, wenn Mutter und/oder Vater bei ihrem Kind Körper- und Mundgeruch, Zittern, sowie Schwierigkeiten beim Sprechen und in der Bewegung wahrnehmen. Büsching rät zum sofortigen Handeln. „Eltern sollten nicht zögern und sich bei jedem Verdacht Unterstützung holen“, so der Arzt. Der erste Ansprechpartner sei der Kinder- und Jugendarzt. Er kann sowohl Kontakt zu einer Beratungsstelle herstellen als auch in einem vertraulichen Gespräch mit dem Teenager ausloten, ob wirklich problematisches Verhalten vorliegt. Die Familiengeschichte sollte ebenfalls nicht außer Acht gelassen werden. Haben Verwandte Probleme mit Alkohol oder Drogen, besteht vielleicht eine erhebliche Veranlagung. Und die erhöht wiederum das Risiko für eine Sucht. Ein weiterer Auslöser können auch psychische Probleme wie Depressionen oder Ängste sein.