Sucht im Alter ist behandelbar

Medikamentenabhängigkeit kann auch im Alter behandelt werden. (Foto: Peter Maszlen / Fotolia)
Medikamentenabhängigkeit kann auch im Alter behandelt werden. (Foto: Peter Maszlen / Fotolia)

(dbp/cwr) Menschen, die in späten Jahren eine Sucht entwickeln, haben gute Chancen, diese in den Griff zu bekommen.

„Betroffene sollten nicht zögern, eine Beratungsstelle oder einen Facharzt aufzusuchen“, sagt Chefarzt Dr. Georg Psota, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (ÖGPP). Bei Abhängigen bestünde nicht nur eine erhöhte Sturz- und Unfallgefahr, sie verlören auch das Interesse am sozialen Miteinander. Manchmal käme es auch zum Bruch mit der Familie.

Ältere Menschen seien oft mit Ereignissen konfrontiert, die sie nicht wie gewohnt bewältigen können: das Ende der beruflichen Tätigkeit, Krankheit, Verlust des Lebenspartners. Eine Sucht könne sich in einem derartigen Umfeld leicht entwickeln. Besonders bei Schlaf-, Beruhigungs- und Schmerzmitteln sei Vorsicht geboten. „Manch älterer Mensch gerät durch diese Medikamente in einen Teufelskreis aus Unsicherheit, Ängsten und ständiger Dosiserhöhung“, so der Experte.

Helfen können hier Spezialisten für Gerontopsychiatrie, das sind Experten für die Diagnostik und Behandlung von psychischen Erkrankungen im höheren Lebensalter. „In zahlreichen Studien konnte gezeigt werden, dass Psychotherapien, welche die psychischen Befindlichkeiten älterer Menschen sowie die altersspezifische Lebenssituation berücksichtigen, einen ähnlich großen Behandlungserfolg haben wie entsprechende Behandlungen bei jüngeren Menschen“, so Dr. Psota.