Stutenmilch als Gesundheitselixier

Vitamine, gesunde Fettsäuren, Kalzium, Eisen und Zink: Stutenmilch stärkt das Immunsystem. (Foto: A. Amat/Fotolia)
Vitamine, gesunde Fettsäuren, Kalzium, Eisen und Zink: Stutenmilch stärkt das Immunsystem. (Foto: A. Amat/Fotolia)

Sie ähnelt der Zusammensetzung von Muttermilch und wird gerne als Kur eingesetzt: süßlich-nussige Stutenmilch. Eingesetzt wird sie für Trinkkuren gegen Darmerkrankungen und Allergien.

Schon seit rund 3000 Jahren bekannt, hat Stutenmilch einen festen Platz in der Volksmedizin. Berichten zufolge wurde sie bereits in der Antike getrunken, um Beschwerden zu lindern. Besonders in Russland genießt sie einen hohen medizinischen Stellenwert. Dort öffnete 1858 das erste Stutenmilch-Sanatorium, dem viele weitere folgten. Sogar heute noch gibt es russische Krankenhäuser, die sich der Kraft der Stutenmilch bedienen.

Hochwertige Fettsäuren

Stutenmilch enthält einen Mix zahlreicher für die Gesundheit wertvoller Inhaltsstoffe. Sie enthält knapp zwei Prozent Fett, zweieinhalb Prozent Eiweiß und etwas sechs Prozent  Kohlenhydrate in Form von Milchzucker (Laktose). Je nach Pferderasse können diese Werte etwas variieren.

Die Milch wird gerne mit Muttermilch verglichen. Grund dafür ist ihr Gehalt an hochwertigen  Fettsäuren wie Linol-, Linolen- und Arachidonsäure. Alle drei gehören zu den mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die für den menschlichen Körper lebenswichtig sind. Der Anteil dieser Fettsäuren in Stutenmilch ist weitaus höher als der in Kuhmilch.

Auch im Hinblick auf Vitalstoffe kann sie sich sehen lassen: Die Vitamine A, B1, B2, B12, C und E sind zahlreich enthalten. Sogar Kalzium steckt darin, ferner Eisen und eine Menge Zink – ein Powerdrink für Nerven, Haut, Immunsystem und das Blut also. Trotzdem gilt sie vorrangig nicht als Nahrungs-, sondern als Naturheilmittel.

Im Angebot ist Stutenmilch tiefgekühlt, als flüssiges oder gefriergetrocknetes Konzentrat. Gefrorene Stutenmilch hält sich mindestens ein halbes Jahr. Gefriergetrocknetes Konzentrat lässt sich mit Wasser einfach anrühren und ist sofort trinkfertig. Die Konsistenz ist eher dünn mit süßlich-nussiger Note.

Trinkkur bei Neurodermitis

Aufgrund ihrer Inhaltsstoffe stärkt Stutenmilch das Immunsystem und wird bei verschiedensten Erkrankungen als Kur angewandt. Bewährt hat sich eine Trinkkur bei Allergien, Rheuma, Magen-Darm- und Hauterkrankungen sowie Fettstoffwechselstörungen. Bei einer Trinkkur sollte über mindestens 30 Tage jeweils ein viertel Liter Stutenmilch getrunken werden. Einer anonymisierten Befragung der Friedrich-Schiller-Universität in Jena zufolge kann regelmäßiger Konsum von Stutenmilch sowohl Symptome von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis Ulcerosa und Morbus Crohn, als auch Neurodermitis lindern.

Als Babynahrung sei Stutenmilch jedoch allergologisch nicht geeignet, sagen die Experten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Denn bei Babys könne eine Unverträglichkeit gegenüber Kasein vorliegen, das sowohl in Kuh- als auch in Stutenmilch vorhanden ist. Die Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin lehnt deshalb die Verwendung von alternativen Tiermilchnahrungen (auch Ziegenmilch) in der Säuglingsernährung ab.

  •  Die Autorin dieses Artikels, Kirsten Metternich, ist Ernährungsberaterin und staatlich geprüfte Diätassistentin.

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