Sturzprävention zahlt sich aus

Von einem gezielten Kraft- und Gleichgewichtstraining profitieren Menschen jeden Alters und verringern dadurch auch ihr Sturzrisiko. (Foto: Fotolia / Robert Kneschke)
Von einem gezielten Kraft- und Gleichgewichtstraining profitieren Menschen jeden Alters und verringern dadurch auch ihr Sturzrisiko. (Foto: Fotolia / Robert Kneschke)

Senioren können durch Kraft- und Gleichgewichtstraining Stürze vermeiden.

(dbp/fru) Mit steigendem Alter erhöht sich auch die Gefahr von Stürzen – und das kann gravierende Verletzungen wie z. B. Hüftfrakturen (Oberschenkelhalsbrüche) nach sich ziehen. Neben Verletzungen und ggf. eingetretener Behinderung ist eine weitere Folge auch die Angst, erneut zu stürzen, erklärt das Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen (LZG) auf ihren Internetseiten „Prävention NRW“. Dadurch werde anschließend auch das Selbstvertrauen beeinträchtigt, die vermeintlich einfachen Dinge des Alltags zu erledigen. Laut LZG stürzen in Deutschland von den über 65-Jährigen, die zu Hause leben, schätzungsweise etwa 30 Prozent mindestens einmal pro Jahr. Etwa zehn Prozent der Stürze verursachen behandlungsbedürftige Verletzungen. Fünf Prozent der Stürze führen sogar zu Knochenbrüchen.

Nachlassende Fähigkeiten

Im Alter lassen Kraft, Beweglichkeit, Gleichgewichtsgefühl und Reaktionsvermögen nach. Wer zudem schlecht sieht oder hört, kann sich ebenfalls nicht mehr so gut im Raum orientieren. Aber auch manche Medikamente können zu Benommenheit führen und dadurch als Ursache für Stürze infrage kommen. Um der Sturzgefahr aus dem Weg zu gehen, sollten sich Senioren fit halten und regelmäßig Muskulatur und Gleichgewichtssinn trainieren. Das kann das eigene Sturzrisiko deutlich verringern.

Und dafür ist es nie zu spät. Denn von einem gezielten Kraft- und Gleichgewichtstraining können Menschen jeden Alters profitieren. Beides helfe, Stürze abzufangen und schwere Verletzungen zu vermeiden, heißt es von der Initiative „Aktiv in jedem Alter“. Insbesondere die Sicherheit beim Stehen und Gehen könne nachhaltig verbessert werden. „Übungsformen aus dem Tai-Chi (Chinesische Heilgymnastik) oder der Seniorentanz, aber auch spezielle Gleichgewichtsübungen sind dafür besonders geeignet“, heißt es von der Initiative, die unter anderem von Ärzten, Sportwissenschaftlern, Pflegewissenschaftlern, Psychologen, Sporttherapeuten, Krankengymnasten und Ergotherapeuten ins Leben gerufen worden ist.

Stolperfreies Zuhause

Zudem sollten Senioren ihre Wohnung möglichst stolperfrei gestalten. Denn gerade dort können sich hohe Teppichkanten, lose Kabel, Leisten an Türschwellen, Treppen ohne Handlauf sowie rutschende Teppichbrücken als wahre Stolperfallen entpuppen. Auf glattem Parkett sollte man nicht in Socken herumlaufen und besonders im Bad sind für sturzgefährdete Personen Griffe und Handläufe wichtig – und zwar sowohl an der Toilette als auch in der Dusche. Diese sollte – wenn möglich – bodentief oder zumindest sehr flach verarbeitet sein. Wer eine Badewanne benutzt, sollte über einen Wannenlift nachdenken. Dieser erleichtert den Ein- und Ausstieg deutlich.

Wohnberater können solche Fallstricke leicht erkennen. Sie beraten in allen Fragen des Wohnens im Alter, bei Menschen mit Behinderung, Pflegebedürftigkeit und Demenz. Aber auch präventiv sind Wohnberatungsstellen die richtige Anlaufstelle. Die Wohnberatungsstellen leisten für den Verbleib in der eigenen Wohnung insbesondere hinsichtlich des Abbaus von Barrieren, der Suche nach geeigneten Diensten sowie zu Finanzierungsfragen und Antragstellungen wichtige Hilfe. „Ziel der Wohnberatung ist es, die (möglichst) selbständige Lebensführung in der eigenen Wohnung und im gewohnten Umfeld zu ermöglichen und/oder zu verlängern“, heißt es auf der Internetseite www.wohnberatungsstellen.de.

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