Sturz von der Rutsche? Arnica kann helfen!

Auf dem Spielplatz passieren schonmal kleine Unfälle. Die homöopathische Gabe von Arnica kann Prellungen und Blutergüsse lindern. (Foto: Marchibas/Fotolia)
Auf dem Spielplatz passieren schonmal kleine Unfälle. Die homöopathische Gabe von Arnica kann Prellungen und Blutergüsse lindern. (Foto: Marchibas/Fotolia)

Tipps zur homöopathischen Behandlung von Kindern.

(dbp/spo) Wenn kleine Kinder krank werden, möchten viele Eltern eine möglichst schonende Behandlung und setzen auf Homöopathie. Gegen kleinere Wehwehchen gibt es hier bewährte Mittel.

Pauschale Anwendungsempfehlungen können für homöopathische Arzneimittel eigentlich nicht gegeben werden. Denn ob das Mittel hilft, hängt nicht nur vom Symptom, sondern zum Beispiel auch von den Begleiterscheinungen ab. Beispiel Fieber: Hat das Kind trockene, heiße Haut und fröstelt zwischendurch, spielt es aber ansonsten wie immer und fühlt sich kaum beeinträchtigt, wäre Ferrum phosphoricum geeignet. Ein knallrotes Gesicht, glasige Augen, verschwitzte Kleider und Fieberträume hingegen wären eher ein Anlass, Belladonna zu geben.

Mittel für die Selbstmedikation

Eine genaue Einschätzung kann nur ein homöopathisch ausgebildeter Arzt oder Heilpraktiker geben. Dennoch gibt es einige Mittel, die bei bestimmten Krankheitszuständen regelmäßig geholfen haben. Wer sich über ihre Anwendungsgebiete ein bisschen informiert, kann sie deshalb auch zur Selbstmedikation nutzen. Einige Beispiele:

  • Aconitum, der blaue Sturmhut: Er wird meist im Anfangsstadium einer Erkältung eingesetzt, wenn plötzlich Fieber, Unruhe, Schluckbeschwerden und Herzklopfen auftreten. Auch bei Bindehautentzündungen, ausgelöst durch kalten Wind, kann er helfen, wie der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) sagt.
  • Arnica: Sie ist das wichtigste Verletzungsmedikament und hilft bei Prellungen, Quetschungen, Schürfwunden, Blutergüssen und Muskelkater – vor allem, wenn stumpfe Stöße oder Stürze die Ursache sind.
  • Nux vomica, die Brechnuss, hilft zum Beispiel bei Magenschmerzen, verdorbenem Magen und Verdauungsbeschwerden, wenn zu viel durcheinander gegessen wurde.
  • Belladonna, die Tollkirsche, ist eines der wichtigsten Mittel bei akuten Entzündungen und Infektionen. Es findet Anwendung bei Halsschmerzen, fiebrigen Infekten, Mittelohrentzündungen und auch Sonnenbrand. Vor allem, wenn Hitzegefühl, Pochen und eine Schwellung im betroffenen Körperteil als Begleiterscheinung auftreten.
  • Chamomilla, die Echte Kamille, ist ein Mittel bei Zahnungs- und Ohrenschmerzen.

Globuli mit Bedacht einsetzen

Die Liste ließe sich lange fortsetzen. Homöopathische Hausapotheken gibt es auch fertig bestückt zu kaufen, manche sind speziell auf Kinder zugeschnitten. Bei Inhalt und Preis gibt es allerdings große Unterschiede. Wer unsicher ist, sollte sich von einem Homöopathen oder in der Apotheke beraten lassen.

Wichtig: Von einem zu häufigen Einsatz der Globuli nach dem Motto „schaden kann’s ja nicht“ rät der DZVhÄ dringend ab. Es sei gefährlich, Kindern beizubringen, dass bei jedem Wehwehchen sofort eine Arznei gegeben werden muss. „Ein kleiner Sturz muss sicher nicht gleich behandelt werden“, sagt auch der homöopathisch tätige Kinderarzt und Buchautor Dr. Stephan Nolte. „Da ist trösten wichtiger als Arnica.“

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Quellenangaben:
„Die Top 10 Homöopathische Reiseapotheke“, Online-Informationen der Carstens-Stiftung, Fördergemeinschaft Natur und Medizin (www.carstens-stiftung.de vom 26.5.2015); Informationen des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte („Die homöopathische Reiseapotheke, Juni 2015); „Selbstbehandlung bei Kindern: eine kurzsichtige Symptomkontrolle ist noch keine Heilung, in: Zeitschrift Homöopathie, 16.10.2014; „Die homöopathische Behandlung bei Kindern“, in: Zeitschrift Homöopathie, 24.2.2015; Gerhard Bleul, Patrick Kreisberger, Ulf Riker: „Die homöopathische Hausapotheke. Die wichtigsten Arzneien für zu Hause und unterwegs“, Buchreihe des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte, 4. Auflage 2015

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