Stuhltests zur Darmkrebsvorsorge

Eine eingehende Beratung und die verschiedenen Stuhltests zur Darmkrebsvorsorge erhält man beim Arzt oder in der Apotheke. (Foto: Monkey Business / Fotolia)
Eine eingehende Beratung und die verschiedenen Stuhltests zur Darmkrebsvorsorge erhält man beim Arzt oder in der Apotheke. (Foto: Monkey Business / Fotolia)

Eine einfache nicht-endoskopische Alternative.

(dbp/fru) Von den zur Verfügung stehenden Untersuchungsmethoden im Rahmen des Darmkrebs-Screenings ist die Darmspiegelung zweifelsohne das beste und sicherste Vorsorgeinstrument. Sie wird jedoch jährlich von nur circa 3% der anspruchsberechtigten Bevölkerung in Anspruch genommen. Dies ist auch ein Grund dafür, dass in Deutschland nach Schätzungen des Robert Koch Instituts (RKI) immer noch jährlich mehr als 62.000 Menschen an Darmkrebs erkranken und fast 26.000 daran sterben. Für Menschen, die sich zum Beispiel aus Angst oder Scham zunächst nicht für eine Darmspiegelung entscheiden können, gibt es Stuhltests als einfache nicht-endoskopische Vorsorgealternative.

Test auf verstecktes Blut

Im Rahmen des Darmkrebs-Screenings zahlen die gesetzlichen Krankenkassen ab einem Alter von 50 Jahren jährlich einen herkömmlichen Stuhlbluttest – ab dem 56. Lebensjahr nur noch alle zwei Jahre, es sei denn, man hat schon die Vorsorge-Darmspiegelung in Anspruch genommen. Diese Tests untersuchen den Stuhl auf okkultes (verstecktes) Blut. Denn sowohl Darmkrebs als auch seine möglichen Vorstufen (Darmpolypen) können zeitweise bluten und somit mehr oder weniger große Blutspuren im Stuhl hinterlassen.

Blut im Stuhl kann aber unterschiedliche Ursachen haben. Deswegen kann man bei einem positiven Ergebnis (es wurde tatsächlich Blut im Stuhl nachgewiesen) nicht immer davon ausgehen, dass ein Darmkrebs vorliegt. Das Testergebnis kann unter anderem durch andere Blutungsquellen (zum Beispiel Hämorrhoiden) verfälscht werden. Weiterhin kann der Verzehr von gewissen Nahrungsmitteln wie Blutwurst, ein positives Ergebnis verursachen. Auch die Einnahme von manchen Medikamenten, wie Eisentabletten oder Vitamin C kann das Testresultat verfälschen, da es mittels einer chemischen Farbstoffreaktion zustande kommt. Deshalb ist vor der Durchführung eines solchen Tests immer eine Diät einzuhalten.

Bei immunologischen Stuhltests ist keine Diät erforderlich

Immunologische Stuhlbluttests suchen im Gegensatz zu den herkömmlichen Stuhltests ausschließlich nach menschlichem Blut und zwar nach dem roten Blutfarbstoff Hämoglobin. Deshalb ist vor der Durchführung keine Diät erforderlich. Die Kosten für einen immunologischen Stuhlbluttest werden von den Krankenkassen grundsätzlich nicht übernommen. Diese belaufen sich auf circa 15 Euro. Wichtig: Ein negativer Test (kein Blutnachweis im Stuhl) bedeutet nicht automatisch, dass kein Darmkrebs vorliegt. Denn ein Tumor kann, muss aber nicht immer bluten. Man wiegt sich hier – wie auch beim herkömmlichen Stuhltest – unter Umständen in falscher Sicherheit!

Enzymatischer Stuhltest ist unabhängig von Blut im Stuhl

Ein weiteres Verfahren zum Nachweis von Polypen und Darmtumoren ist die Bestimmung eines Schlüsselenzyms (M2-PK) im Stuhl, welches im Stoffwechsel von Polypen und Darmkrebs vorkommt. Dadurch können falsch positive Ergebnisse durch Hämorrhoiden oder andere Blutungsquellen im Darm ausgeschlossen werden. Dieser Test kann somit blutende und nicht blutende Polypen und Darmkrebs erkennen. Auch hier übernehmen die Krankenkassen die Kosten in Höhe von ungefähr 30 bis 40 Euro nicht.

Egal, für welchen Stuhltest man sich entscheidet: Wenn ein Stuhltest positiv ausfällt, sollte in jedem Fall eine Darmspiegelung zur Abklärung durchgeführt werden.

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