Studie: Mit Telemedizin geht es Herzpatienten besser

Per Telemedizin überwacht, fühlen sich Herzpatienten sicherer - das zeigt eine aktuelle Studie. (Foto: MSFotodesign / Fotolia)
Per Telemedizin überwacht, fühlen sich Herzpatienten sicherer - das zeigt eine aktuelle Studie. (Foto: MSFotodesign / Fotolia)

(dbp/spo) Eine ärztliche Fernüberwachung per Handy, das sogenannte Telemonitoring, kann die Beschwerden älterer Herzschwäche-Patienten verbessern.

Das ist das Ergebnis einer kleinen Studie in Rheinland-Pfalz. 58 Patienten mit chronisch fortgeschrittener Herzschwäche hatten über die gesamten sechs Monate am sogenannten E.He.R.-Projekt (Etablierung eines Versorgungskonzeptes für Herzinsuffizienz- und Herzrhythmusstörungspatienten in Rheinland-Pfalz) teilgenommen. Sie wurden mit Bluetooth-fähigen Blutdruckmessgeräten und einer funkfähigen Körperwaage ausgestattet. Täglich sollten sie über ein Handy ihre Messdaten in eine spezielle Software und so an das Westpfalz-Klinikum in Kaiserslautern übertragen.

Für jeden Patienten wurden individuelle Grenzwerte für Blutdruck, Herzfrequenz und Gewicht festgelegt. Wurden diese über- oder unterschritten, gab die Software im Klinikum einen Alarm ab. Die Folge: Ein Anruf beim Patienten und entsprechende Verhaltenstipps. Außerdem gab es regelmäßige Routineanrufe.

Weniger Atemnot, weniger Müdigkeit

Das Ergebnis: Die Studienteilnehmer sagten, dass sich Symptome wie Luftnot und Müdigkeit verbessert hätten. Die durchschnittliche Herzfrequenz sank, außerdem kamen die Patienten im Alltag, zum Beispiel beim Treppensteigen, bei der Körperpflege und bei Freizeitaktivitäten besser zurecht. Allgemeinbefinden und Lebensqualität verbesserten sich ebenso wie das Sicherheitsgefühl.

Die Technik war für die Teilnehmer offenbar keine Hürde: 56 der 58 Patienten aus der Abschlussbefragung fanden die Bedienung der Geräte einfach oder sehr einfach, 55 würden das Projekt weiterempfehlen. In der Telemedizin sehen viele Ärzte und Wissenschaftler die Zukunft, besonders für stark betreuungsbedürftige Patienten auf dem Land.