Stress kann auch das Herz schädigen

Anhaltender Stress kann zu schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. (Foto: Fotolia / Bits and Splits)
Anhaltender Stress kann zu schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. (Foto: Fotolia / Bits and Splits)

Acht Tipps für einen stressfreieren Alltag.

(dbp/fru) Bei unseren Vorfahren wurde Stress durch Hunger, Kälte, Angriffe oder Schwerstarbeit ausgelöst – heutzutage wird Stress eher durch Reizüberflutung, Zeit- und Leistungsdruck, Konflikte und Schicksalsschläge verursacht. Welche Reize notwendig sind, damit sich ein Mensch gestresst fühlt, ist situationsbedingt und bei jedem sehr unterschiedlich. Fakt ist: „Anhaltender Stress kann letztlich zu schweren Herz/Kreislauf- und Nierenerkrankungen, Stoffwechselstörungen, Allergien und Entzündungskrankheiten führen“, warnt der Berufsverband der Internisten auf seinen Internetseiten „Internisten im Netz“.

Auch die Deutsche Herzstiftung weist darauf hin, dass Stress zu beträchtlichen Schäden am Herzen führen kann. Insbesondere wenn berufliche oder private Spannungen im Laufe der Zeit zu einem Bluthochdruck führen, kann es gefährlich werden. Denn erhöhter Blutdruck zählt zu den größten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie Herzinfarkt, Herzschwäche oder Herzrhythmusstörungen. Deshalb sollte man negativen Stress im Alltag nicht einfach so hinnehmen.

Acht bewährte Techniken

Auf den Internetseiten der Deutschen Herzstiftung erläutert Prof. Dr. Karl-Heinz Ladwig acht bewährte Techniken zur Stressprävention. Der Professor für Psychosomatische Medizin und medizinische Psychologie empfiehlt:

  1. In die Vogelperspektive wechseln: Das heißt, eine stressige Situation ganz bewusst von oben bzw. außen zu betrachten. Von dort erscheint sie oft gar nicht mehr so schlimm. Als Beispiel hierfür nennt Prof. Ladwig einen Stau, bei dem es keinen Sinn macht, sich darüber aufzuregen, weil man die Situation nicht beeinflussen kann.
  2. Sich sportlich betätigen: Sport treiben zählt zu den besten Möglichkeiten, Stress abzubauen und hilft sogar bei Schlafproblemen.
  3. Die Stressursache anpacken. Dafür muss man diese erst einmal kennen. Oft liegen die Ursachen im familiären oder beruflichen Bereich. Hier können Gesprächstherapien mit Experten helfen, wenn man bei der Problembewältigung alleine nicht mehr weiterkommt.
  4. Entspannungstechniken anwenden. Entspannungstechniken wie Yoga, progressive Muskelentspannung nach Jacobson oder autogenes Training können ein hervorragendes Mittel gegen Stress sein, wenn sie regelmäßig eingeübt werden.
  5. Gegenentwurf starten. Die ständige Pflege eigener Interessen hilft ebenfalls Stress abzubauen. In Fachkreisen spricht man dabei auch vom „Gegenentwurf“, denn es handelt sich um Aktivitäten, die uns anregen, packen und positiv herausfordern.
  6. Entspannungskiller verbannen: Viele meinen, dass Fernsehen entspannt. Man ist dabei jedoch vergleichsweise passiv und erreicht oft keine nachhaltige Stress-Reduktion. Deshalb sollte man fernsehfreie Tage festlegen, an denen man liebgewonnen Aktivitäten nachgeht, wie z. B. mit Freunden treffen oder ein Hobby aufleben lassen.
  7. Vorsicht bei Medikamenten: Zwar gibt es Medikamente, die beruhigend wirken und Stress-Gefühle vermindern. Allerdings sollten solche Arzneimittel immer nur in Absprache mit einem erfahrenen Arzt zum Einsatz kommen.
  8. Auf Ernährung achten: In Stresssituationen wird oft zu viel gegessen und mehr Alkohol getrunken, als gesund ist. Kommt ein Bewegungsmangel hinzu, ist Übergewicht die typische Folge, das zu entsprechender Unzufriedenheit und einer Verstärkung von Stress-Gefühlen führen kann. Daher sollte man auch in schwierigen Lebensphasen unbedingt auf eine sinnvolle Ernährung achten.