Stolperfallen beseitigen

Primär sind es die nicht barrierefreien Treppenstufen und Türschwellen in der eigenen Wohnung, die am häufigsten zu Stürzen führen. (Foto: Fotolia / cunaplus)
Primär sind es die nicht barrierefreien Treppenstufen und Türschwellen in der eigenen Wohnung, die am häufigsten zu Stürzen führen. (Foto: Fotolia / cunaplus)

Stürze können im Alter schwere Verletzungen verursachen.

(dbp/spo/fru) Während Kinder und Jugendliche sich gerne in waghalsige sportliche Abenteuer stürzen, sind ältere Menschen in der Regel vorsichtig. Die Angst vor einem Sturz und einer schweren Verletzung hemmt gerade bei jenen, die eingeschränkt beweglich und unsicher im Gang sind, die Unternehmungslust. Statistiken zufolge stürzen 43 Prozent der Männer und 30 Prozent der Frauen über 65 Jahre einmal pro Jahr.

Allerdings sind nicht alle Stürze gravierend, sodass beispielsweise ein Oberschenkelhalsbruch verursacht wird. Die meisten Stürze bleiben ohne ernsthafte gesundheitliche Folgen, Knochenbrüche kommen in weniger als zehn Prozent der Fälle vor. Dennoch gibt es genügend Fälle, in denen Stürze sogar tödlich enden. Sie sind mit mehr als 80 Prozent sogar die ganz überwiegende Ursache tödlicher Hausunfälle.

Wohnung stolperfrei gestalten

Gründe für einen Sturz gibt es viele. Hindernis Nummer eins sind jedoch Treppenstufen und Türschwellen in der eigenen Wohnung. Ältere Menschen, bei denen sowieso eine Bodenerneuerung ansteht, sollten sich Türkanten zwischen den Zimmern einebnen lassen. Ansonsten helfen kleine Schrägen, damit Stufen auch mit Gehhilfe (Rollator) gemeistert werden können. Darüber hinaus sind Handläufe für die Sicherheit das A und O. Sie sollten am besten auf beiden Seiten einer Treppe vorhanden sein. Rutschhemmende Beläge auf den Stufen sorgen für zusätzlichen Halt. Für längere Treppen eignen sich Treppenliftanlagen. „Mit Hilfe von Wohnungsanpassung können bauliche Barrieren und Ausstattungsmängel beseitigt werden“, rät die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnanpassung.

Erste Ansprechpartner für den Wohnungsumbau sind Wohnberatungsstellen, aber auch die Pflegekassen, Pflegestützpunkte oder Wohnbauförderstellen der Landkreise. Viele Kreisverwaltungen betreiben spezielle Senioren- oder Pflegebüros, in denen Interessierte über die Zuschussmöglichkeiten beraten werden. Hier nachzufragen lohnt sich, denn oft gibt es für Menschen mit knapper Kasse kommunale oder länderspezifische Förderprogramme.

Aktiv bleiben ist der beste Schutz

Darüber hinaus ist aktiver Einsatz gefragt. Denn Muskeln bauen automatisch ab. Pro Jahr verlieren inaktive erwachsene Menschen ein bis zwei Prozent ihrer Muskelmasse. Besonders Frauen ab dem 60. Lebensjahr sind verstärkt von der sogenannten Sarkopenie (Muskelabbau) und der damit einhergehenden Unsicherheit in den Bewegungen betroffen. Spazieren gehen allein reicht dann nicht aus, um dem entgegenzuwirken. Wichtig ist zusätzliches Kraft- und Gleichgewichtstraining. Beides hilft, Stürze vorzubeugen – kommt es doch zum Fall, können sich aktive Menschen besser abstützen und schwere Verletzungen verhindern.

Kraft und Balance zu verbessern muss aber nicht heißen, schwere Langhanteln zu stemmen und das einbeinige Stehen zu üben. Eine ganze Reihe von Sportarten, die auch für ältere Menschen geeignet sind, vereinen Spaß und Nutzen gleichermaßen: zum Beispiel Yoga, Tai-Chi, Seniorentanz oder Gymnastik. Fitnessstudios und Sportvereine bieten dazu viele Möglichkeiten, die oft unverbindlich ausprobiert werden können. Sogar hochbetagte Menschen, die zuhause gepflegt werden müssen, können aktiv werden – zum Beispiel in speziell konzipierten Kursen zur Sturzprävention.