Stechender Fersenschmerz

Wenn konservative Therapien keinen Erfolg bringen, können Fersensporn-Patienten auch auf die Stoßwellentherapie (ESWT) zurückgreifen. (Foto: Fotolia / doroguzenda)
Wenn konservative Therapien keinen Erfolg bringen, können Fersensporn-Patienten auch auf die Stoßwellentherapie (ESWT) zurückgreifen. (Foto: Fotolia / doroguzenda)

Der Fersensporn ist eine degenerative Erkrankung.

(iwg/fru) Er ist als Kalkaneussporn oder auch Plantarfasciitis bekannt – der Fersensporn. Rund zehn Prozent der Deutschen haben diesen knöchernen Auswuchs an der Ferse und leiden unter Schmerzen bei Belastung des Fußes. Der Fersensporn ist eine verschleißbedingte (degenerative) Erkrankung und kommt in zwei Varianten vor: als kranialer Fersensporn am Ansatz der Achillessehne und als plantarer Fersensporn an der Fußsohle. Letzterer tritt deutlich häufiger auf. Beide sind jeweils nur wenige Millimeter lang. Auf dem Röntgenbild sieht man vom Fersenbein ausgehend einen winzigen „Dorn“, der allerdings auch im gesunden Zustand zu sehen ist, weshalb die Diagnose nicht nur auf dieser Grundlage gestellt werden kann. Bei einem Fersensporn sind zudem die Muskeln und Sehnen, die am Fersenbein sitzen, entzündet oder verkalkt.

Mehrere Symptome können auftreten

Laut „Orthopädie Magazin“ haben Fersensporn-Patienten oft morgens stechende Schmerzen beim Gehen im Fersenbereich. Auch unregelmäßig auftretende Schmerzen in der Ferse besonders im Ruhezustand, können auf einen Fersensporn hinweisen genauso wie eine starke Druckempfindlichkeit am Sehnenansatz. Orthopädische Einlagen sind das gängigste Hilfsmittel bei der Behandlung eines Fersensporns. Am Sehnenansatz wird eine bis zu fünf Zentimeter lange Aussparung gemacht, damit genau dort eine totale Entlastung gewährleistet ist.

Aber auch bei anderen Behandlungsformen wie Spritzen, Stoßwellentherapie oder Röntgenbestrahlung ist die Einlagenversorgung ratsam. Wird der Fersensporn bei Belastung im Alltag nicht entlastet, kommt es immer wieder zur Reizung und Überbelastung. Deshalb sollte eine orthopädische Versorgung regelmäßig getragen werden, denn nur dann kann es zu einer Besserung des Fersensporns kommen. Eine orthopädische Schuhzurichtung oder orthopädische Schuhe sind bei diesem Krankheitsbild meist nicht notwendig.

Stoßwellentherapie als Kassenleistung

Zur Fersenschmerz-Behandlung kann auch die extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) ambulant eingesetzt werden. Bei der ESWT werden Stoß- oder Druckwellen von außen in das zu behandelnde Gewebe eingebracht, um eine Heilung anzuregen und den Fuß wieder belastbar zu machen, erklärt die allgemeine Ortskrankenkasse (AOK). Die ESWT war lange Zeit eine ausschließlich Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL). Der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA), die ESWT als Kassenleistung zuzulassen, trat laut AOK bereits am 26. Juli 2018 in Kraft. Seit dem 1. Januar 2019 gibt es dafür auch eine neue Gebührenordnungsposition im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM), sodass Patienten mit Fersensporn ebenfalls ambulant damit behandelt werden können, ohne die Kosten selbst tragen zu müssen.

Nach Angaben der AOK ist diese Behandlung für Patienten vorgesehen, deren gewohnte körperliche Aktivität seit mindestens sechs Monaten wegen des Fersenschmerzes eingeschränkt ist und die während dieser Zeit durch konservative Therapiemaßnahmen, Dehnübungen oder Schuheinlagen keine Besserung ihrer Beschwerden erreichen konnten. Eine ESWT können nur Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie Fachärzte für Physikalische und Rehabilitative Medizin für den Patienten kostenfrei erbringen.