Stationär oder ambulant

Physiotherapie kommt im Rahmen der medizinischen Rehabilitation sehr oft zum Einsatz. (Foto: Fotolia / Andrey Popov)
Physiotherapie kommt im Rahmen der medizinischen Rehabilitation sehr oft zum Einsatz. (Foto: Fotolia / Andrey Popov)

Medizinische Reha soll Berufsfähigkeit wiederherstellen oder Pflegebedürftigkeit verhindern.

(dbp/spo/fru) Bei einer schweren Krankheit oder einem Unfall erfolgt die Behandlung in einem Krankenhaus. Im Idealfall ist man nach dem Krankenhausaufenthalt geheilt. Oft ist es jedoch so, dass die Folgen einen noch lange begleiten – im schlimmsten Fall ein Leben lang. Wer zum Beispiel über Wochen nur gelegen hat, muss das Gehen erst wieder üben. Wer nach einem Schlaganfall unter Lähmungen und Sprachstörungen leidet, muss lernen, trotz dieser Einschränkungen den Alltag zu meistern. Damit das gelingt und Patienten langfristig wieder am gesellschaftlichen Leben teilhaben können, haben gesetzlich Versicherte Anspruch auf eine Rehabilitation.

Kosten übernimmt meistens die Rentenversicherung

Unterschieden wird laut Gesetzgeber zwischen Leistungen zur medizinischen, beruflichen und sozialen Rehabilitation. Das Hauptziel ist dabei, Betroffene entweder wieder in den Beruf zu bringen, um eine Verrentung zu verhindern, oder eine Pflegebedürftigkeit zu vermeiden. In der Reha lernen die Patienten, sich so zu verhalten, dass ihr Gesundheitszustand sich möglichst nicht wieder verschlechtert. Die Kosten für die Reha übernimmt bei Berufstätigen meist die Deutsche Rentenversicherung, bei Rentnern die Krankenkasse und in manchen Fällen die gesetzliche Unfallversicherung. Privat Krankenversicherte sollten in ihrer Police nachlesen, welche Ansprüche sie haben.

Die Rehamaßnahme muss beim jeweiligen Kostenträger beantragt werden. Fragen dazu beantworten die Servicestellen der Kostenträger in der Region. Ein Sonderfall ist die sogenannte Anschlussheilbehandlung, die direkt auf die Krankenhausbehandlung folgt (nach Entlassung aus der Akutklinik). Sie wird in der Regel noch während des Klinikaufenthalts vom dortigen Sozialdienst oder den Ärzten beantragt und kann ambulant, stationär oder teilstationär durchgeführt werden.

Breites Leistungsspektrum

„Leistungen zur medizinischen Rehabilitation können sowohl stationär als auch ganztägig ambulant durchgeführt werden und dauern in der Regel drei Wochen. Sie können verkürzt oder verlängert werden“, heißt es auf den Seiten der Deutschen Rentenversicherung. Voraussetzung für die Bewilligung ist bei der Rentenversicherung ein ärztlicher Befundbericht beziehungsweise ein medizinisches Gutachten – hier gibt es laut Deutscher Rentenversicherung Unterschiede in den Bundesländern. Die Krankenkassen verlangen eine ärztliche Verordnung, die wiederum nur von Ärzten mit entsprechender Genehmigung ausgestellt werden darf.

 

„Das Spektrum reicht von Massagen und Heilbädern über gezielte Krankengymnastik oder Ergotherapie bis zu psychotherapeutischen Gesprächen“, erklärt das Bundesministerium für Gesundheit. Auch eine gezielte Ernährung oder beispielsweise eine individuell abgestimmte Bewegungstherapie und entsprechende Entspannungsübungen gehören dazu, denn sie können den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Der Patient muss aber in der Lage und vor allem willig sein, die Reha tatsächlich durchzuführen. Denn nur, wer motiviert ist, etwas an seinem Gesundheitszustand zu ändern, wird am Ende Erfolg haben. Übrigens: Eine Rehabilitation gilt als Arbeitsunfähigkeit. Berufstätige verlieren deswegen keine Urlaubstage.