Spätes Mutterglück

Wer sich gesund ernährt, regelmäßig bewegt und auf Nikotin verzichtet, hat bessere Chancen, mit 40 noch schwanger zu werden. (Foto: Fotolia / ACP prod)
Wer sich gesund ernährt, regelmäßig bewegt und auf Nikotin verzichtet, hat bessere Chancen, mit 40 noch schwanger zu werden. (Foto: Fotolia / ACP prod)

Mit der Erfüllung des Kinderwunsches sollten Frauen nicht allzu lange warten.

(dbp/fru) Erstmal studieren, dann noch ein paar Jahre im Ausland verbringen, anschließend erstmal im Job ankommen und die Karriere vorantreiben. Für viele Frauen sind solche Überlegungen heutzutage ganz normal. Das Kinderkriegen wird dann auf Anfang oder Mitte 30 verschoben, aber dann fehlt dazu der richtige Mann. Und wenn dann alles passt, ist die Frau 40, aber das Wunschbaby kommt einfach nicht.

Beinahe jedes zehnte Paar in Deutschland ist laut der Initiative „Wunschkinder“ ungewollt kinderlos. Das kann an gesundheitlichen Problemen der Frau liegen, z. B. an Fehlbildungen oder Schäden an den Eileitern, Eierstöcken oder der Gebärmutter, Hormonstörungen sowie Infektionen. Beim Mann können eine schlechte Spermienqualität, Hodenverletzungen oder ebenfalls Fehlbildungen der Geschlechtsorgane dafür sorgen, dass sich der Nachwuchs nicht einstellt. Bei Frauen ab 40 kann aber auch das Alter der Grund sein, warum keine Schwangerschaft (mehr) erfolgt. Denn die Fruchtbarkeit der Frau nimmt ab 35 deutlich ab. Mit 40 sind zwar die Chancen, schwanger zu werden, zwar prinzipiell noch da, jedoch muss häufig mit Methoden der künstlichen Befruchtung nachgeholfen werden, sagt Dr. Katrin Schaudig, Vizepräsidentin der Deutschen Menopause Gesellschaft.

Was tun, wenn`s nicht klappen will?

Grundsätzlich gilt: Bei jedem fünften Paar in Deutschland, das sich ein Kind wünscht, lässt der Erfolg länger als ein Jahr auf sich warten. „Im einfachsten Fall kann es helfen, wenn die Frau sich darin übt, den Zeitpunkt des Eisprungs zu bestimmen, so dass der Geschlechtsverkehr gezielt in dieser Zeit stattfinden kann“, erläutert der Kinderwunschexperte Dr. med. Matthias Bloechle auf den Seiten des Berufsverbands der Frauenärzte. Wenn über mehrere Zyklen eine Schwangerschaft auf natürlichem Weg nicht eingetreten ist, beginnt die Ursachensuche bei beiden Partnern. Von diesen Ergebnissen hängt dann das weitere Vorgehen ab. Eventuelle hormonelle Störungen und Krankheiten müssen dann zunächst behandelt werden.

Für manche Paare stellt eine künstliche Befruchtung die einzige Möglichkeit dar, um sich den Kinderwunsch zu erfüllen. Hier gibt es zwei Methoden – die In-vitro-Fertilisation (IVF) und die intracytoplasmatische Spermiuminjektion (ICSI). Der große Unterschied: Während bei der IVF Ei- und Samenzellen im Reagenzglas selbst zueinander finden müssen, werden die Samenzellen bei der ICSI direkt in die Eizelle eingespritzt. Fast immer ist auch hier eine Hormonbehandlung nötig, um im Vorfeld möglichst viele befruchtungsfähige Eizellen zu bekommen. Die Eizellen werden der Frau entnommen und als befruchtete Embryonen wieder in die Gebärmutter übertragen. Etwa 14 Tage später kann in der Regel im Blut nachgewiesen werden, ob es zu einer Schwangerschaft gekommen ist.

Ärzte sprechen von Risikoschwangerschaft

Egal, ob eine Schwangerschaft auf natürlichem Wege eingetreten ist, oder durch eine künstliche Befruchtung: Ärzte bezeichnen eine Schwangerschaft ab 40 als Risikoschwangerschaft. Das hat zunächst keine individuelle Aussagekraft. Vielmehr sind Ärzte dazu verpflichtet, dass so im Mutterpass einzutragen, heißt es auf der Seite „Frauenärzte im Netz“. Es gibt bei einer Schwangerschaft nämlich zwei Kategorien von Risiken: die theoretischen und die tatsächlichen Risiken wie akute oder chronische Erkrankungen. Das Alter der Mutter gehört aber nur zu den theoretischen Risiken. Das signalisiert dem behandelnden Frauenarzt lediglich, hier auf bestimmte Werte und Befunde besonders zu achten – mehr nicht. In jedem Fall ist es empfehlenswert, das Kinderkriegen nicht allzu lange vor sich her zu schieben, um die Chancen auf eine Schwangerschaft zu erhöhen.