Soziale Phobie: Eine Psychotherapie kann helfen

Menschen mit einer sozialen Phobie meiden Sozialkontakte. (Foto: Bilderbox)
Menschen mit einer sozialen Phobie meiden Sozialkontakte. (Foto: Bilderbox)

(dbp/spo) Etwa zwei Prozent der Deutschen leiden an einer sogenannten sozialen Phobie, also der krankhaften Angst, von anderen negativ beurteilt zu werden.

Eine Psychotherapie kann dagegen helfen – das ist das Ergebnis einer Studie des Forschungsverbunds SOPHO-NET.

Oft zeigen sich die Symptome bereits im Jugendalter: Die Betroffenen haben geradezu panische Angst davor, negativ aufzufallen und vor anderen in peinliche Situationen zu geraten. Die Folge ist ein sozialer Rückzug, der sowohl privat als auch in Schule und Beruf zu Nachteilen führen kann – im Extremfall sogar zur Vereinsamung.

495 Patienten hatten an der SOPHO-NET-Studie teilgenommen. Sie wurden den Angaben zufolge in drei Gruppen unterteilt: Die erste und zweite Gruppe wurde über neun Monate mit einer kognitiven beziehungsweise einer psychodynamischen Therapie behandelt, die Mitglieder der letzten Gruppe blieben über sechs Monate ohne Behandlung.

Therapieerfolg hält länger als bei Medikamenten

Am Ende zeigten sich bei 60 beziehungsweise 52 Prozent der Patienten der Gruppen eins und zwei deutliche Heilungsanzeichen, 36 beziehungsweise 26 Prozent hatten gar keine klinischen Symptome der Phobie mehr. Die Patienten waren zudem weniger depressiv. „Im Gegensatz zu einer medikamentösen Behandlung hielt die Besserung auch noch zwei Jahre nach Ende der Behandlung an“, so Studienleiter Professor Falk Leichsenring. In der Gruppe ohne Behandlung kam es nur bei 15 Prozent zu Heilungsanzeichen.

Nun müsse untersucht werden, für welche Sozialphobiker welche Art von Psychotherapie geeignet ist, denn die Klientel ist laut Professor Leichsenring sehr verschieden. Bei der kognitiven Therapie geht es darum, Handlungsmuster zu finden, die den Alltag erleichtern. Bei der psychodynamischen Therapie wiederum wird nach den Ursachen des Problems in der Vergangenheit geforscht – verantwortlich dafür können zum Beispiel unverarbeitete Beziehungskonflikte sein.