Sofortimplantate ermöglichen schnelle Belastung

Sofortimplantate versprechen ein schnelles Plus an Lebensqualität – auch für komplett zahnlose Patienten. (Foto: Phase4Photography / Fotolia)
Sofortimplantate versprechen ein schnelles Plus an Lebensqualität – auch für komplett zahnlose Patienten. (Foto: Phase4Photography / Fotolia)

Das Kauvermögen kann unter Umständen sogar in gleicher Sitzung wiederhergestellt werden.

(dbp/fru) Implantate sind die beste Lösung, wenn es darum geht, die eigenen Zähne so gut wie möglich zu ersetzen. Zahnimplantate eigenen sich aber nicht nur zum Ersatz einzelner Zähne sondern auch als Träger für Brücken oder ganze Prothesen. Mittlerweile gibt es sogar Lösungen, die eine Sofortbelastung noch am selben Tag erlauben.

Klassischerweise werden Zahnimplantate anhand eines chirurgischen Eingriffs in den Kieferknochen eingesetzt. Das Implantat verwächst nach und nach mit dem Knochen. Dieser Einheilungsprozess dauert für gewöhnlich zwischen zwei und sechs Monaten, wobei es im Unterkiefer aufgrund der höheren Knochendichte schneller als im Oberkiefer gehen kann. In einer späteren zweiten Sitzung wird dann die so genannte Suprakonstruktion – der eigentliche Zahnersatz – mit Hilfe eines Verbindungsteils auf das Implantat aufgesetzt.

Sofortimplantate nur bei stabilem Kieferknochen

Bei Sofortimplantaten kann die Suprakonstruktion schon in der ersten Sitzung im Anschluss an den Implantateinsatz erfolgen. Auch eine Sofortbelastung des Implantats ist unter bestimmten Umständen möglich. Dazu muss vor allem ein entzündungsfreier Kieferknochen in ausreichendem Ausmaß vorliegen. Das heißt, die Knochendichte muss so hoch sein, dass der Stift des Sofortimplantats gehalten werden kann. Diese kann aber erst beim Eindrehen des Stifts ermittelt werden. Falls die Knochendichte nicht ausreichen sollte, muss der Zahnarzt umplanen und zunächst einen Knochenaufbau durchführen. Zudem muss häufig das vorhandene Loch an den Durchmesser des Implantats angepasst werden. Daher kann es beispielsweise sein, dass zum Auffüllen eines Lochs sogenanntes Knochenersatzmaterial verwendet werden muss, damit das Sofortimplantat gut einwächst.

Anschließend muss der Zahnarzt entscheiden, ob  das Implantat direkt mit Kaubewegungen belastet werden kann. Für eine solche Sofortbelastung würde er eine normale Krone auf das Implantat aufsetzen, sodass die Kaukraft direkt auf den Stift einwirkt. Bei der Sofortversorgung hingegen wird lediglich eine provisorische Krone aufgesetzt, die etwas flacher ausfällt. Damit wird der Implantatstift durch den gegenüberliegenden Zahn bei Kaubewegungen nicht belastet. Nach etwa zwei Monaten kann in einer weiteren Sitzung das Provisorium durch die endgültige Krone ausgetauscht und das Implantat voll belastet werden.

Es gibt auch Lösungen für komplett zahnlose Kiefer

Auch Menschen, die einen komplett zahnlosen Kiefer aufweisen, kann mit Sofortimplantaten geholfen werden. Hierbei gibt es neuerdings auch Methoden, die mit nur vier bis sechs Implantaten je Kiefer auskommen, um dem Zahnersatz später sicheren Halt zu geben. Das Besondere daran ist, dass für gewöhnlich mit dem Knochenmaterial gearbeitet werden kann, das noch vorhanden ist. Ansonsten muss natürlich auch hier ein Knochenaufbau erfolgen. Zudem gestaltet sich die Einheilphase in der Regel wesentlich kürzer, als bei klassischen Methoden und auch das Risiko, wichtige Nerven zu verletzten, ist durch die Positionierung der Implantate ausgeschlossen.

Für diese Methoden sollte jedoch eine genaue Planung erfolgen. Dies geschieht heutzutage mit modernen Röntgeneinheiten. Aus den Aufnahmen wird am Computer ein genaues dreidimensionales Modell des Kiefers errechnet. Am Ende des Prozesses erhält der Zahnarzt eine genaue 3D-Bohrschablone, mit der er die Implantate exakt platzieren kann.

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