So können Pflegende eine Auszeit nehmen

Entlastungsangebote wie Kurzzeit- oder Tagespflege können auch das emotionale Verhältnis zwischen Pflegebedürftigen und Pflegenden entspannen. (Foto: P. Maszlen/Fotolia)
Entlastungsangebote wie Kurzzeit- oder Tagespflege können auch das emotionale Verhältnis zwischen Pflegebedürftigen und Pflegenden entspannen. (Foto: P. Maszlen/Fotolia)

Die Möglichkeit zur Tages- und Kurzzeitpflege entlastet Angehörige.

Rund um die Uhr für einen Pflegebedürftigen da zu sein, erfordert viel Kraft. Damit sich pflegende Angehörige zwischendurch Auszeiten nehmen können, bietet die gesetzliche Pflegeversicherung einige Möglichkeiten der Entlastung.

Die Tagespflege

Wenn die Pflege zuhause nicht ausreichend sichergestellt ist, oder „es zur Stärkung der häuslichen Pflege erforderlich ist“, haben Pflegebedürftige per Gesetz Anspruch auf eine teilstationäre Pflege. In der Praxis kann das zum Beispiel eine Tagespflege sein. Der Pflegebedürftige würde dann an ein oder mehreren Tagen pro Woche morgens in die Pflegeeinrichtung gebracht und abends wieder nach Hause. Die Tagespflege ist vor allem für berufstätige Pflegende eine gute Lösung. Aber auch Angehörige, die nicht berufstätig sind, können sich so Auszeiten nehmen.

Seit Anfang 2017 gibt es keine Pflegestufen mehr, sondern nur noch sogenannte Pflegegrade. „Die Höhe der Leistung hängt vom Pflegegrad ab. Der Anspruch gilt für Versicherte der Pflegegrade 2 bis 5. Personen im Pflegegrad 1 können ihren Entlastungsbetrag einsetzen“, erklärt das Bundesministerium für Gesundheit (BMG). Demnach stehen Pflegebedürftigen mit Pflegegrad 2 monatlich bis zu 689 Euro zur Verfügung, mit Pflegegrad 3  bis zu 1.298  Euro, mit Pflegegrad 4  bis zu 1.612  Euro und mit Pflegegrad 5 bis zu 1.995 Euro. Eine solche teilstationäre Pflege umfasst auch die notwendige Beförderung des Pflegebedürftigen von der Wohnung zur Einrichtung der Tages­pflege und auch wieder zurück.

Die Verhinderungspflege

Die Leistungen aus der Verhinderungspflege sind für den Fall gedacht, dass der Pflegende verhindert ist, also zum Beispiel selbst krank wird oder ein paar Tage Urlaub macht. Für den Pflegegrad 1 kann man keine Verhinderungspflege beantragen. Für die Pflegegrade 2-5 können jeweils bis zu 1.612 Euro für Kosten einer notwendigen Ersatzpflege bis zu 6 Wochen im Kalenderjahr geltend gemacht werden.

Die Leistungen aus der Verhinderungspflege können auch genutzt werden, wenn die Pflegeperson zum Beispiel einmal pro Woche für einige Stunden zum Sportkurs oder in die Chorstunde geht. Eine Vertretung muss sich die Pflegeperson hier allerdings selbst suchen. Das kann übrigens auch die Nachbarin sein, die stundenweise kommt, aber auch ein ehrenamtlicher Helfer aus einem Betreuungsprojekt oder ein Pflegedienst. Enge Verwandte können als Vergütung allerdings nur ihren Verdienstausfall oder Fahrtkosten geltend machen. Im Einzelfall sollten sich Betroffene hier mit ihrer Pflegekasse absprechen.

Die Kurzzeitpflege

Wenn beispielsweise der Übergang zwischen einer stationären Behandlung und der Pflege zuhause überbrückt werden soll oder wenn die Pflege zuhause vorübergehend nicht möglich ist, kommt eine Kurzzeitpflege infrage. Hierfür kann man laut BMG bis zu 8 Wochen pro Kalenderjahr in Anspruch nehmen. Für die Pflegegrade 2-5 werden hierfür bis zu 1.612 Euro zur Verfügung gestellt.

Die Kurzzeitpflege wird auch häufig genutzt, wenn Pflegepersonen Urlaub machen. Einige Heime haben dafür speziell ausgewiesene Betten, andere nutzen freie Plätze flexibel für die Kurzzeitpflege. Besonders in den Ferienzeiten kann es sein, dass die Plätze schnell vergriffen sind, deshalb raten Experten, sich frühzeitig zu kümmern. Adressen von Einrichtungen zur Tagespflege, Kurzzeitpflege oder ehrenamtlichen Betreuungsangeboten in der Region gibt es beim Pflegestützpunkt oder den Pflegekassen.

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