So helfen Heilpflanzen bei der Mückenabwehr

Ätherische Öle helfen bei der Mückenabwehr.  (Foto: Botamochy / Fotolia)
Ätherische Öle helfen bei der Mückenabwehr. (Foto: Botamochy / Fotolia)

Wirkstoffe, die Insekten und Zecken fernhalten, gibt es auch aus der Natur

(dbp/auh) Wer sich vor Insekten schützen möchte, dem stehen verschiedene Repellents zur Verfügung. So werden Abwehrmittel genannt, die Insekten, Zecken oder Schädlinge fernhalten, ihnen aber nicht schaden. Neben chemischen Wirkstoffen gibt es auch „biologische Waffen“ gegen Mücken, Zecken und andere Plagegeister.

Dr. Berthold Musselmann, ärztlicher Leiter des Gesundheitsportals PhytoDoc, setzt auf ätherische Öle, zum Beispiel Sandelholz. „Insekten und Düfte haben von jeher eine besondere Beziehung“, erläutert der Facharzt für Allgemeinmedizin. Dr. Musselmann, der Ausbildungen in Naturheilverfahren, Chirotherapie und Umweltmedizin absolviert hat, weiß, wie man sogar Ameisen verwirren kann: einfach Essig auf ihre Bahnen reiben.

„Biene, Mücke & Co haben eine Schwachstelle: ihre äußerst empfindlichen Riechorgane“, erklärt der Mediziner aus Wiesloch. „Daher lassen sie sich mit intensiven Gerüchen meist schnell in die Flucht schlagen.“ Hierfür eignen sich diverse ätherische Öle: Nelke, Melisse, Pfefferminze, Zitrone, Lavendel, Palmarosa (ein Gras) oder auch Sandel- und Zedernholz. Die durchgreifendste Wirkung haben aber Citronellaöl und Citriodiol, so der Experte. Letzteres wird aus dem ätherischen Öl des Zitronen-Eukalyptus (Eucalyptus citriodora) gewonnen und ist Hauptbestandteil vieler biologischer Insekten-Repellents, die es in Bioläden, Reformhäusern und auch in der Apotheke gibt. Dr. Musselmann nennt als Beispiel das Produkt „Anti-Brumm Naturel“.

Ätherische Öle nie pur an die Haut lassen

Wer lieber selber mischt, sollte unbedingt beachten: Ätherische Öle nie pur auf die Haut auftragen! Am besten vermischt man sie mit einer Hautcreme oder Bodylotion. Die Wirkung hält zwar nicht so lange an wie bei synthetischen Mitteln, dafür ist aber eine wiederholte Anwendung völlig ungefährlich.

Dr. Musselmann zitiert die Empfehlung der Aromaexpertin Eliane Zimmermann für eine Grundmischung: 4 ml Citronella oder Zitroneneukalyptus, 2 ml Rosengeranie, 2 ml Eukalyptus, 1 ml Pfefferminze und 1 ml Zedernholz in ein 10-ml-Fläschchen geben (1 ml entspricht etwa 20 Tropfen). 5 bis 8 Tropfen dieser Mischung in 10 ml Jojobaöl (oder jedes andere hochwertige Pflanzenöl) geben und sich damit einreiben, dabei die Nähe von Augen und Schleimhäuten meiden.

Geheimwaffe Gagelstrauch

Wer sich das ätherische Öl des Gagelstrauchs (Myrica gale) beschaffen kann, sollte noch ein paar Tropfen davon in diese Mischung geben, findet die Duftpflanzengärtnerin Zimmermann, die seit 1992 in Irland eine Aromatherapie-Schule leitet. Der Geruch der Gagelstrauch-Blätter wehrt sogar die besonders fiesen kleinen Mini-Mücken, die Midges, ab, die schon so manchen Urlauber in Irland und Schottland zur Verzweiflung gebracht haben.

Allerdings ist der Gagel in höherer Dosierung sehr giftig. Die Aromaexpertin rät deshalb, bei Mixturen, die für kleine Kinder gedacht sind, auf den Gagelstrauch zu verzichten. Auch sollte die Konzentration der Anti-Mückenmixtur etwas niedriger sein, etwa 3 Tropfen Grundmischung auf 10 ml Jojobaöl.