So bleiben auch Ex-Raucher schlank

Regelmäßiges Fitnesstraining ist die wirksamste Methode zur Vermeidung von Gewichtszunahme nach dem Rauchstopp. (Foto: Bilderbox)
Regelmäßiges Fitnesstraining ist die wirksamste Methode zur Vermeidung von Gewichtszunahme nach dem Rauchstopp. (Foto: Bilderbox)

Sorgen um die gute Figur sind kein Argument gegen den Rauchstopp

(dbp/auh) Jede zweite Raucherin und jeder vierte Raucher hat Angst, nach dem Rauchstopp an Gewicht zuzulegen. Nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) nehmen tatsächlich schätzungsweise 80 Prozent der Ex-Raucher durchschnittlich rund 4,5 Kilogramm zu. Allerdings überwiegen die gesundheitlichen Vorteile des Nikotin-Verzichts in jedem Fall die möglichen Nachteile einer Gewichtszunahme. Außerdem ist das Zunehmen kein Naturgesetz.

Die Ursachen für die zu erwartende Gewichtszunahme sind noch nicht alle gänzlich erforscht, aber der sinkende Grundumsatz bei gleichzeitig steigender Energiezufuhr zählt sicherlich dazu. Als Grundumsatz bezeichnet man die Energiemenge, die der Körper in Ruhe braucht, um alle Körperfunktionen aufrecht zu erhalten. Das beim Rauchen aufgenommene Nikotin steigert den Ruhe-Energieverbrauch und zügelt den Appetit.

Logisch also, dass der Ex-Raucher, der mehr isst und weniger verbrennt, nach kurzer Zeit ein paar Kilos mehr auf die Waage bringt. Eigentlich nicht schlimm, aber leider führt diese Erfahrung dazu, dass viele figurbewusste Menschen wieder zum Glimmstängel greifen. Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, gibt es zwei Methoden, die am besten kombiniert angewendet werden: die Energiezufuhr kontrollieren und körperlich aktiver werden. Außerdem kann es hilfreich sein zu wissen, warum man plötzlich Lust auf Süßigkeiten hat.

Die Sucht entsteht im Kopf

Jede süchtig machende Droge – also auch Nikotin – aktiviert das Belohnungssystem im Gehirn. Botenstoffe (Neurotransmitter) werden ausgeschüttet, die angenehme Gefühle hervorrufen. Fehlt die Droge, fehlt auch die gewohnte Stimmung und der Körper verlangt nach Ersatz. Da kommt Schokolade wie gerufen. Oder Gummibärchen. Oder Alkohol. Von all diesen „Ersatzdrogen“ ist allerdings dringend abzuraten, denn die Sucht wird damit nicht überwunden, sondern nur verlagert. Ein Rückfall ist programmiert. Wer mit dem Rauchen aufhören will, sollte darauf vorbereitet sein, dass möglicherweise in den ersten ein bis zwei Wochen Zeiten mit richtig schlechter Laune auf ihn warten. Man fühlt sich wie ein Kind, dem sein Lieblingsspielzeug weggenommen wurde. Nun heißt es, nicht wie ein Kind zu reagieren.

Sport statt Nikotin

Wer auch als Nichtraucher sein Gewicht halten oder sogar etwas abspecken will, erreicht das am besten, in dem er oder sie Muskelmasse aufbaut. Dadurch steigt nämlich der Grundumsatz und der Körper verbrennt mehr Kalorien. Besonders für Frauen, die von Natur aus prozentual mit weniger Muskelmasse als Männer ausgestattet sind, ist Krafttraining ein wirksames Mittel, um die Figur zu halten. Ein weiterer Vorteil von körperlicher Aktivität: Sport setzt körpereigene Endorphine frei, die der schlechten Laune ein Schnippchen schlagen.

Für Ungeübte reichen bereits drei Mal die Woche jeweils 30 Minuten Kraft- oder Zirkeltraining, um nach kurzer Zeit ein spürbares Ergebnis zu erzielen. Wer auch als Raucher schon sportlich war, sollte häufiger und intensiver trainieren.

Sport hilft übrigens nicht nur dabei, das Gewicht zu halten. Offenbar kann regelmäßiges Fitness-Training auch psychologisch die Rauchentwöhung unterstützen. Mehrere Studien belegen, dass körperliche Bewegung die Entzugssymptome deutlich abschwächt.