Signale werden teilweise ignoriert

Muskelverspannungen können ein erstes Zeichen für zu viel Stress ein. (Fotolia / Aleksej)
Muskelverspannungen können ein erstes Zeichen für zu viel Stress ein. (Fotolia / Aleksej)

Dauerhafter Stress macht krank

Probleme in der Partnerschaft, Ärger im Beruf, hektischer Straßenverkehr, manchmal anstrengende Kindererziehung – die Ursachen für Stress sind unterschiedlich und jeder geht mit Stress anders um. Eines aber ist immer gleich: Zu viel Stress im Alltag belastet, er kann langfristig sogar körperliche Folgen haben und krank machen. „Von Stress sprechen wir dann, wenn sich jemand überlastet fühlt und sich körperliche und psychische Stressreaktionen zeigen, z. B. Muskelverspannungen, erhöhter Blutdruck, Schwitzen oder innere Anspannung, Gereiztheit, Unkonzentriertheit“, erklärt der Berufsverband Deutscher Psychologen und Psychologinnen. Insbesondere negativer Stress, der durch ungelöste Probleme, Angst und langfristige Überlastung entstehen kann, ist gefährlich.

Auch auf körperliche Anzeichen achten

Da der menschliche Organismus ein zusammenhängendes System von Körper und Geist ist, äußert sich negativer Stress auch immer wieder durch körperliche Leiden. Jeder Mensch hat eine oder mehrere bestimmte Schwachstellen. Die einen bekommen eher einen erhöhten Puls, andere wiederum klagen über Verdauungsprobleme. Auch viele Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind auf Stress zurückzuführen. Zu viel Stress macht also nachweisbar krank. Er kann dauerhafte Gereiztheit, Weinkrämpfe, Heißhunger, Nervosität oder Kopfschmerzen verursachen, verschlimmert Verdauungs- oder Herz-Kreislauf-Probleme und mündet teils in Depressionen oder im Burnout-Syndrom.

Deshalb ist es wichtig, auf erste Warnhinweise zu achten, um dann Hilfe einholen zu können – und zwar bevor es zu spät ist und der Stress psychische und physische Schäden anrichtet. Die Signale werden allerdings oft unterschätzt. Die ersten Anzeichen sind dabei oft banal. Wenn beispielsweise auch ein zweiwöchiger Urlaub nicht mehr reicht, sich vom Arbeitsalltag zu erholen, deutet schon sehr viel auf eine Überlastung hin. In vielen Fällen funktionieren Betroffene in ihrem Job noch einwandfrei, bauen im Privatleben aber rapide ab. Daher sollten auch bei Verwandten oder Bekannten die Alarmglocken klingeln, wenn ihnen bei einer Person in ihrem Umfeld solche Anzeichen auffallen.

Yoga, Qi Gong & weitere Entspannungsübungen

Die gute Nachricht ist: Stress kann man selbst vorbeugen. Regelmäßig angewandte Entspannungsmethoden können hier wahre Wunder wirken. Das Angebot reicht von Yoga, progressiver Muskelentspannung und Qi Gong über autogenes Training und Massagen bis hin zur Hypnose. Solche Methoden verhelfen zwar zu einem allgemeinen wohligeren Gefühl, bekämpfen aber nicht die Stress-Ursache.

Am Anfang jeder Stressbekämpfung steht zunächst die Einsicht, dass man gestresst ist. Der Rat von Experten lautet: „Erkennen Sie Ihren persönlichen Stress, erkennen Sie dessen Gründe und finden Sie Wege, diese Gründe zu ändern. Wenn die Ursachen nicht abänderbar sind, versuchen Sie, Ihre persönliche Einstellung dazu zu ändern. Werfen Sie, wenn möglich, Aufgabenballast ab“.

Ein wichtiger Schritt, besser mit Stress umzugehen, ist eine aktive Lebensbewältigung: Was kann ich? Was kann ich nicht? Wo will ich hin? – diese elementaren Fragen führen, wenn sie nicht korrekt beantwortet werden, zu falschen Erwartungen und großen Enttäuschungen. So können sie immer wieder in unangenehme Stresssituationen münden. Eine ehrliche Selbsteinschätzung kann also ein Schlüssel zu einem stressfreien Leben sein.