Sicher und bequem durch den Verkehr

Beim Kauf von Kinderautositzen dürfen Auto und Nachwuchs nicht fehlen, damit die Sitze vor dem Kauf auch ausprobiert werden können. (Foto: ADAC / Edward Beierle)
Beim Kauf von Kinderautositzen dürfen Auto und Nachwuchs nicht fehlen, damit die Sitze vor dem Kauf auch ausprobiert werden können. (Foto: ADAC / Edward Beierle)

Worauf Eltern beim Kauf von Baby- und Kinderautositzen achten sollten.

(dbp/fru) Im Auto sind Kinder besonders gefährdet. Schon ein Aufprall mit Tempo 30 kann tödliche Folgen haben. Deshalb ist es in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben, Kinder bis zu einem Alter von 12 Jahren oder einer Körperlänge von 150 cm, im Auto mit einem passenden Kindersitz zu transportieren. Aber mal Hand aufs Herz liebe Eltern, sind Sie nicht auch ziemlich überfordert, wenn es darum geht, für den Nachwuchs den passenden Kindersitz anzuschaffen: Welcher Sitz für welches Alter, vorwärts- oder rückwärtsgerichtet, welche Normgröße, zunächst eine Babyschale oder gleich ein „mitwachsender“ Sitz?

Kinder richten sich nicht nach Normen

„Ein guter Kindersitz fürs Auto muss zu Ihrem Kind passen. Er muss genügend Platz bieten, damit das Kind nicht eingeklemmt wird. Er muss aber auch ausreichend Halt bieten. Die Anbieter teilen die Größe ihrer Sitze in recht komplizierte Normgruppen ein. Sie sollen zeigen, für welches Körpergewicht der Kindersitz ausgelegt ist. Hinzu kommt die i-Size-Norm, die den Kindern den Sitz nach Körpergröße zuordnet“, teilt die Stiftung Warentest auf ihren Internetseiten mit und weist auch darauf hin, dass immer wieder Sitze in ihren Tests aufgrund gravierender Sicherheitsprobleme durchfallen würden. In der Datenbank der Stiftung Warentest seien ausführliche Testergebnisse für 366 Kindersitze vorhanden – von sehr gut bis mangelhaft. Der ADAC warnt allgemein, dass ein Großteil der Billig-Kindersitze häufiger große Schwächen bei der Sicherheit oder bei der Schadstoffprüfung aufweist.

Kindersitze gibt es nach der Norm ECE-R44 in den Klassen 0, 0+, I, II und III, erklärt der ADAC. Sie richten sich nach dem Gewicht des Kindes und nicht nach Alter und Körpergröße. So handelt es sich bei den Klassen 0 und 0+ um sogenannte Babyschalen, die bis maximal 13 kg Körpergewicht genutzt werden können. Sie werden immer entgegen der Fahrtrichtung eingebaut und bieten dadurch eine sehr hohe Sicherheit. Deshalb sollte ein solcher Sitz laut ADAC erst dann gewechselt werden, wenn die Kopfoberkante des Kindes nicht mehr in der festen Schale liegt. Bei den Klassen I, II und III erhöht sich dann das Gewicht schrittweise bis auf maximal 36 kg. Es gibt auch Kindersitze mit der Kombination I, II und III. Sie sind meist nur ein Kompromiss, da die Körperproportionen und die Bedürfnisse der Kinder in diesem lang angelegten Altersbereich sehr unterschiedlich sind und das Wachstum sich nun mal nicht nach Normen richtet.

Alternative Zulassung „i-Size“

Seit Mitte 2013 gibt es auch eine neue alternative Zulassung (ECE-R129; „i-Size“), die für eine Übergangszeit parallel zur ECE-R44 Richtlinie bestehen wird. Diese neuen Kindersitze setzen zwingend eine sogenannte Isofix-Befestigung – eine starre Verbindung zwischen Karosserie und Kindersitz – voraus und müssen zusätzlich auch einen Seitenaufpralltest bestehen, um eine Zulassung zu erhalten. Und sie werden nicht mehr, wie bisher anhand des Gewichts des Kindes, sondern anhand seiner Körpergröße ausgewählt. Dabei kann der Hersteller selbst festlegen, für welchen Größenbereich sein Sitz geeignet ist, z. B. von 40 cm bis 100 cm Körpergröße, erklärt der ADAC. Die Einteilung der Sitze in Klassen entfällt dann und es ist mit den neuen Sitzen verpflichtend, alle Kinder bis 15 Monate gegen die Fahrtrichtung zu transportieren. Für Eltern, die bereits einen Kindersitz haben, ändert sich durch die neue Richtlinie nichts. Die bereits vorhandenen Kindersitze dürfen selbstverständlich unverändert weiterverwendet werden.

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