Seniorenland mit hohem Anspruch

Senioren liegen beim täglichen Obstkonsum deutlich über dem Durchschnitt der Gesamtbevölkerung. (Foto: coldwaterman / Fotolia)
Senioren liegen beim täglichen Obstkonsum deutlich über dem Durchschnitt der Gesamtbevölkerung. (Foto: coldwaterman / Fotolia)

Der Anteil älterer Menschen steigt, gleichzeitig aber auch deren Gesundheitsbewusstsein.

(dbp/abz) Voraussichtlich im Jahr 2050 wird die demografische Entwicklung in Deutschland dazu geführt haben, dass wir eine der ältesten Bevölkerungen der Welt haben. Der Anteil der Senioren, also der Menschen mit einem Lebensalter von mindestens 65 Jahren, beträgt bei uns momentan rund 21,5 Prozent und wird den aktuellen Hochrechnungen zufolge bis 2050 auf rund 32 Prozent steigen.  Am ältesten sind zurzeit die Japaner, die bereits heute einen Seniorenanteil von 26 Prozent haben, EU-weit liegt der Anteil der über 65-Jährigen übrigens bei rund 18 Prozent.

Gleichzeitig können wir uns über eine noch nie da gewesene Lebenserwartung freuen: Ein Mann in Deutschland darf mit fast 78 Jahren rechnen, Frauen sogar mit rund 83 Jahren. Einerseits nimmt mit zunehmendem Alter auch das Risiko zu, dass sich gesundheitliche Einschränkungen bei der Bewältigung des Alltags bemerkbar machen, anderseits ist zu beobachten, dass viele ältere Menschen gerade angesichts der gestiegenen Lebenserwartung viel tun, um dem Alter noch möglichst viele beschwerdefreie Lebensjahre abzutrotzen und achten besonders auf ihre Gesundheit.

Vorurteil widerlegt

Ein weit verbreitetes Vorurteil besagt, dass Frauen gesundheitsbewusster als Männer sind. Interessanterweise zeigt sich bei Menschen im höheren Alter das glatte Gegenteil. 53 Prozent der Männer zwischen 60 und 69 Jahren bekunden, dass sie stark oder sehr stark auf ihre Gesundheit achten. Bei den über 70-jährigen Männern liegt der Anteil bei 57,2 Prozent. Dagegen lässt bei den befragten Frauen das Gesundheitsbewusstsein mit zunehmendem Alter nach: von 55,5 Prozent bei den 60- bis 69-Jährigen auf 52,3 Prozent bei den Frauen über 70. Alles in allem sind die Senioren damit jedoch erheblich stärker auf ihr Wohlbefinden bedacht als die jüngeren Altersgruppen, in denen die Werte deutlich unter der 50-Prozent-Marke liegen.

Sportliche Aktivitäten gewinnen dabei für ältere Menschen zunehmend an Bedeutung. So zeigt sich seit 1996 bei Menschen bis zum Alter von 76 Jahren ein Anstieg des Anteils der sportlich Aktiven. Bei den über 76-Jährigen hat sich der Anteil dagegen nicht verändert. Diese Altersgruppe, so vermuten Altersforscher, ist möglicherweise gesundheitlich zu beeinträchtigt, um sportliche Aktivitäten regelmäßig ausführen zu können.

Nichtrauchen und gesunde Ernährung sind das A und O

Als eine der wichtigsten Maßnahmen zur Erreichung selbstgesetzter Lebenserwartungen gehört der Verzicht aufs Rauchen. Von den über 65-jährigen Männern rauchen nach Angaben des Robert-Koch-Instituts noch knapp 14 Prozent, bei ihren Altersgenossinnen sind es neun Prozent. Dagegen greift von den 45- bis 64-jährigen Männern und Frauen etwa jeder Dritte regelmäßig zur Zigarette.

Auch der Obstkonsum zeigt, dass bei älteren Menschen die gesunde Ernährung eine größere Rolle spielt als bei jüngeren. Zu einer gesunden Lebensweise gehört auch eine abwechslungsreiche Ernährung mit reichlich Obst und Gemüse und das haben Senioren einfach besser raus als ihre jüngeren Mitmenschen.  Mit 71,5 Prozent bei den Männern und 83,4 Prozent bei den Frauen liegen die über 65-Jährigen beim täglichen Obstkonsum deutlich über dem Durchschnitt der Gesamtbevölkerung, in der lediglich 62,3 Prozent täglich Obst essen.

Nicht zuletzt macht die Vorsorge den Unterschied: Männer und Frauen zwischen 65 und 70 Jahren nutzen am häufigsten die Möglichkeiten der Vorsorgeuntersuchungen (rund 62 Prozent). Mit zunehmendem Alter geht die Bereitschaft zur Vorsorge jedoch zurück. Bei den 75- bis 79-Jährigen liegt der Anteil nur noch bei rund 48 Prozent.