Selbstverletzung: Dem Kind keine Vorwürfe machen

Die Gefühlswelt Jugendlicher ist für Eltern oft unzugänglich. (Foto: giideon / Fotolia)
Die Gefühlswelt Jugendlicher ist für Eltern oft unzugänglich. (Foto: giideon / Fotolia)

(dbp/spo) Wenn Kinder und Jugendliche sich ganz bewusst selbst verletzen, wissen die Eltern oft nicht, wie sie darauf reagieren sollen.

Vorwürfe oder gar Verbote sind hier fehl am Platz, sagt Dr. Paul Plener von der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Vielmehr sollten die Eltern versuchen, möglichst ruhig und verständnisvoll auf die Verletzungen zu reagieren. „Wenn eine zusätzliche Krise entsteht, die Eltern dem Kind ein Ultimatum stellen oder es gar abweisen, wird der Druck der Betroffenen noch größer“, so Dr. Plener.

Große seelische Belastungen

Nicht-suizidales selbstverletzendes Verhalten (NSSV) wird umgangssprachlich auch „Ritzen“ genannt, da die Betroffenen sich oft Schnittverletzungen an Armen und Beinen zufügen. Auslöser sind meist große seelische Belastungen, manchmal auch psychische Erkrankungen. Die Verletzung verschafft den Jugendlichen dann kurzfristig ein Gefühl der Erleichterung.

Eltern sollten zeigen, dass sie das Problem ihres Kindes ernst nehmen, sich über das Thema informieren und gegebenenfalls Hilfe bei einer Beratungsstelle, einem Kinder- und Jugendpsychiater oder Psychotherapeuten suchen. Entscheidend für eine erfolgreiche Behandlung ist allerdings, dass die Jugendlichen selbst motiviert sind, ihr Verhalten zu ändern.