Selbstbestimmung ist für viele Senioren essentiell

In Wohngemeinschaften können ältere Menschen z. B. nur mit Älteren oder auch im Generationenmix mit jungen und alten Menschen zusammenleben. (Foto: Fotolia / Robert Kneschke)
In Wohngemeinschaften können ältere Menschen z. B. nur mit Älteren oder auch im Generationenmix mit jungen und alten Menschen zusammenleben. (Foto: Fotolia / Robert Kneschke)

Wohngemeinschaften bieten viele Vorteile.

(dbp/fru) Für Senioren, die nicht in ein Pflegeheim möchten, jedoch merken, dass sie dennoch Unterstützung im Alltag benötigen, gibt es als Alternative den Umzug in eine betreute Wohnanlage. „Mehr als 50 Prozent der Älteren halten sich höchstens vier Stunden pro Tag außerhalb der Wohnung auf. Das Wohnen trägt gerade im Alter entscheidend zu Lebensqualität, Wohlergehen und Zufriedenheit bei“, heißt es auf dem Serviceportal „Zu Hause im Alter“ des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend.

So können ältere Menschen z. B. nur mit Älteren oder auch im Generationenmix mit jungen und alten Menschen zusammenleben. „Solchen Wohnprojekten liegt die Idee des selbstbestimmten, individuellen Wohnens bei gleichzeitiger Erfahrung von Gemeinschaftlichkeit zugrunde“, veranschaulicht das Portal „Zu Hause im Alter“. Dabei könne der Gemeinschaftsgedanke weit über das hinausgehen, was man von Nachbarschaftsverhältnissen kennt. Denn teilweise würden die Wohnprojekte von den Bewohnern selbst initiiert, geplant und umgesetzt werden. Das verbindet und die Bewohnerinnen und Bewohner unterstützen sich dann auch im Alltag gegenseitig, wenn kleinere Hilfen notwendig sind.

Selbstständigkeit über längeren Zeitraum möglich

Die Chancen dieser Wohnformen bestehen darin, dass Senioren so möglichst lange selbstständig wohnen können und nicht alleine sind. Sie erfahren Gemeinschaftlichkeit, gegenseitige Unterstützung in einem manchmal sogar familienähnlichen sozialen Netz, gestalten gemeinsame Freizeitaktivitäten und können bei Bedarf im Alltag auf die Hilfe der Mitbewohnerinnen und Mitbewohner zurückgreifen. Es ist jedoch auch möglich, zusätzliche fachpflegerische Leistungen durch ambulante Pflegedienste in Anspruch zu nehmen.

Man kann z. B. eine eigene Wohnung in einem Mehrparteienhaus kaufen oder mieten. Der Träger des Hauses bietet den Bewohnern i.d.R. bestimmte Leistungen an. Das kann zum Beispiel ein Hausmeisterservice sein, oder auch eine Beratung durch eine Betreuungskraft, ein Putzdienst oder Hausnotruf. Manche Leistungen sind in einer monatlich zu zahlenden Grundpauschale enthalten, andere können bei Bedarf kostenpflichtig dazu gebucht werden – etwa ein ambulanter Pflegedienst oder Essen auf Rädern. Entsprechend groß ist auch die Spanne bei den Preisen.

Betreutes Wohnen auch zu Hause möglich

Wer sich von der Persönlichkeit her nicht in einem solchen sozialen Netzwerk sieht und Veränderungen eher scheut, kann in manchen Kommunen inzwischen auch Projekte zum betreuten Wohnen zu Hause in Anspruch nehmen. So können ältere Menschen in der gewohnten Umgebung wohnen bleiben, haben aber über ein Koordinationsbüro einen festen Ansprechpartner, der sie umfassend berät und Hilfsdienste vermittelt. „Das Angebot umfasst ein Paket aus professionell organisierten Betreuungs- und Vermittlungsleistungen, aber auch eine Hausnotrufsicherung und ein regelmäßiger Hausbesuch gehören dazu“, wird auf dem Portal „Zu Hause im Alter“ erklärt.

 

Anbieter solcher Betreuungsformen sind oft Wohlfahrtsverbände, aber auch private Unternehmen oder Kommunen, mit denen dann ein Betreuungsvertrag abgeschlossen wird. Die Kosten können je nach Leistung erheblich schwanken. Informationen und Beratungsmöglichkeiten über Anbieter in der Region gibt es bei den regionalen Pflegestützpunkten, bei Pflegediensten oder Sozialverbänden vor Ort.