Sehschwächen frühzeitig erkennen

Wer bei sich Anhaltspunkte für eine Sehschwäche bemerkt, sollte beim Augenarzt oder Augenoptiker seine Sehkraft prüfen lassen. (Foto: KGS)
Wer bei sich Anhaltspunkte für eine Sehschwäche bemerkt, sollte beim Augenarzt oder Augenoptiker seine Sehkraft prüfen lassen. (Foto: KGS)

Fehlsichtigkeit ist keine reine Alterserscheinung.

(dbp/spo/fru) Wer normalsichtig ist und gesunde Augen hat, nimmt die Konturen von Gegenständen sowie Farbunterschiede deutlich wahr und zwar auch bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen. “Dabei passen sich die Augen in weniger als einer Sekunde einem Perspektivenwechsel aus der Nähe in der Ferne und umgekehrt an“, erklärt das „Kuratorium Gutes Sehen“ (KGS). Wenn bei Menschen die Sehschärfe beeinträchtigt ist, spricht man von einer Fehlsichtigkeit.

Verschiedene Formen der Fehlsichtigkeit

Es gibt verschiedene Formen von Fehlsichtigkeiten, die teilweise auch altersunabhängig auftreten. Weitsichtige (leiden unter Hyperopie) können z. B. Dinge in der Ferne scharf sehen, im Nahbereich allerdings nur unscharf. Hier ist die Brechkraft der Linse zu schwach beziehungsweise der Augapfel etwas zu kurz. Weitsichtigkeit ist angeboren und bessert sich häufig im Erwachsenenalter, wenn der Augapfel noch etwas gewachsen ist. Kurzsichtige Menschen (leiden unter Myopie) können hingegen die Dinge in der Nähe scharf sehen, in der Ferne jedoch nur verschwommen. Ursache ist häufig, dass der Augapfel etwas zu lang ist oder die Linse das Licht zu stark bricht. Oft schreitet eine Kurzsichtigkeit mit den Jahren fort, die Ursache dafür ist nach Angaben des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands (BVA) unbekannt.

Die Alterssichtigkeit (Presbyopie) trifft etwa ab 45 Jahren fast jeden. Alterssichtige können Dinge in der Nähe nicht mehr scharf sehen. Ursache dafür ist die nachlassende Elastizität (Akkommodationsfähigkeit) der Linse. Eine weitere Form der Fehlsichtigkeit ist die Hornhautverkrümmung. Dabei wird ein verzerrtes Bild auf der Netzhaut abgebildet. Die Hornhaut gleicht dabei eher einem Ei als einer Halbkugel und lenkt die Lichtstrahlen einseitig ab – ein Problem, das meist angeboren ist. Und nicht zuletzt liegt eine Schwachsichtigkeit (Amblyopie) vor, wenn ein Auge schwächer ist als das andere. Häufig kommt dies schon im Kindesalter vor. Ohne Behandlung übernimmt i.d.R. das gesunde Auge die Führung, das schwache Auge wird nicht mehr trainiert und sieht ein Leben lang unscharf.

Sehschwäche kann Kopfschmerzen verursachen

„Ein häufiges Symptom für eine nachlassende Sehfähigkeit sind Kopfschmerzen“, teilt das KGS mit. Diese können sich z. B. durch einen dumpfen Druck hinter den Augen äußern, durch rhythmisches Pochen in der Schläfe oder ein leichtes Hämmern unter der Schädeldecke. Davon betroffen sind meist Menschen, die schlecht sehen und eigentlich eine Brille brauchen, etwa bei längerem Lesen oder Computerarbeit.

Bei allen Formen von Fehlsichtigkeit gilt laut KGS: „Nicht selten haben die Betroffenen keine Ahnung, wie schlecht sie eigentlich sehen, da sie sich an die mangelhafte Wahrnehmung schon gewöhnt haben. Erst ein Sehtest offenbart, was ihnen eigentlich entgangen ist.“ Wenn also Anhaltspunkte für eine Sehschwäche bemerkt werden, sollte eine Kontrolle der Sehkraft beim Augenoptiker oder Augenarzt erfolgen.