Schwermut und Verzweiflung

Eine Depression lässt sich in der Regel mit Psychotherapie oder Medikamenten (Antidepressiva) gut behandeln. (Foto: Fotolia / WavebreakmediaMicro)
Eine Depression lässt sich in der Regel mit Psychotherapie oder Medikamenten (Antidepressiva) gut behandeln. (Foto: Fotolia / WavebreakmediaMicro)

Depressionen können sich anhand zahlreicher Beschwerden äußern

Wir sind gar nicht so stabil, wie wir immer denken – im Gegenteil: Unsere Gehirne sind anfällig für Schwankungen im Stoffwechsel, die körperlich bedingt sind. Sie reagieren auch stark auf Reize von außen, wie mangelndes Licht oder mangelnden Schlaf. Zudem herrschen oft existenzielle Ängste – etwa Finanznöte, Beziehungsprobleme, Furcht vor Arbeitslosigkeit. Dass Schicksalsschläge Menschen psychisch aus der Bahn werfen können, ist nachvollziehbar. Eine Depression muss aber nicht zwingend einen solchen Auslöser haben. Hier liegt die Veränderung oft tiefer.

Mehr Diagnosen bei Frauen

Die Ursache einer Depression lässt sich nicht alleine auf existenzielle Ängste oder Einzelerlebnisse zurückführen. Selten gibt es dafür nur einen einzigen Grund, manchmal ist für Außenstehende sogar gar keiner erkennbar. Wissenschaftler gehen davon aus, dass es eine in den Genen verankerte Veranlagung zur Depression gibt, denn häufig leben innerhalb einer Familie mehrere Betroffene. Bei Depressiven haben Wissenschaftler zudem Veränderungen im limbischen (Stress regulierenden) System des Gehirns nachgewiesen, die wohl auch ein Grund für Symptome wie verstärkte Angst, Schlafstörungen und eine erhöhte psychische Verletzlichkeit sind.

Depressive Episoden sind keine Frage des Alters, wie die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) erläutert. Sie können jeden treffen – jedoch erkranken die meisten Menschen zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr. Bei Frauen werden doppelt so oft Depressionen diagnostiziert wie bei Männern. Das liegt aber vermutlich auch daran, dass das weibliche Geschlecht beim Arzt offener über Ängste und Stimmungsschwankungen spricht.

Es gibt gute Therapiemöglichkeiten

Traurig und melancholisch ist jeder einmal. Hält diese Stimmung über längere Zeit an, kann sich daraus eine Depression entwickeln. Die geht dann nicht nur mit Traurigkeit einher, sondern verwandelt das ganze Leben aus Sicht der Betroffenen in eine Spirale der Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) weist darauf hin, dass manche Symptome gehäuft auftreten. Wenn diese länger als zwei Wochen anhielten, könnte das schon auf eine Depression hinweisen. Zu den Symptomen zählen z. B. eine dauerhaft gedrückte Stimmung, Antriebslosigkeit und ständige Müdigkeit, Desinteresse und Freudlosigkeit, Konzentrationsprobleme sowie körperliche Symptome wie Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Schmerzen und Verdauungsprobleme.

Die Behandlungsmethoden bei Depressionen sind vielschichtig. Neben Medikamenten (Antidepressiva) und einer Psychotherapie (kognitive Verhaltenstherapie) werden depressiven Menschen auch Entspannungsmethoden wie Yoga, autogenes Training oder progressive Muskelrelaxation empfohlen. Die Therapiemethoden haben sich nach Angaben der DGPPN in den vergangenen Jahrzehnten so weit verbessert, dass heute rund 80 Prozent der Patienten dauerhaft geholfen werden kann. Den ersten Schritt zum Arzt oder Therapeuten müssen die Betroffenen jedoch ganz alleine machen.